Die verpasste Wende

Kinderzahlen sinken, komplexe Fälle nehmen zu. Für Kita- und Jugendhilfeträger könnte die Lage Raum für mehr individuelle Unterstützung und Teilhabe schaffen. Doch die Politik lässt die Chance verstreichen.

Mit besseren Personalschlüsseln könnten Kitas im Osten endlich Aufgaben wie Inklusion und Mehrsprachigkeit gerecht werden. Knappe kommunale Kassen dürfen das nicht verhindern, argumentiert Ina Stanulla vom ASB.

Sinkende Kinderzahlen bedeuten nicht zwangsläufig weniger Bedarf, argumentiert Denise Kniesche von der Stephanus-Stiftung. Um den immer komplexeren Fällen gerecht zu werden, brauche es mehr Personal und Qualifizierung.

Weniger Kinder führen zu weniger Geld für die Kommunen, schreibt Alexandra Alrez vom Deutschen Städte- und Gemeindebund. Ohne zusätzliche Mittel von Bund und Ländern drohe eine Phase der Konsolidierung statt der…

Die Landesregierung habe eine Offensive für bessere Qualität in Kitas gestartet, schreibt die Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Simone Oldenburg. Weitere Schritte müssten aber bezahlbar bleiben.

Die Pflegesatzverhandlungen dauern viel zu lange, kritisiert Andreas Wedeking. Dem VKAD-Chef zufolge hat der Gesetzgeber jetzt die Möglichkeit, die Dinge entscheidend zu beschleunigen.

Hans-Peter Daub, Chef der Dachstiftung Diakonie, fordert, den Spurwechsel weiterzuentwickeln. Statt gut integrierte Geflüchtete abzuschieben, müsse die Politik ihnen den Weg in Ausbildung und Arbeit öffnen.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit Aussagen zu Problemen im Stadtbild den Blick auf Verelendung im öffentlichen Raum gelenkt. Vertreter von Trägern, Kommunen und Politik diskutieren über Lösungen.

Die deutsche Sozialpolitik führt verstärkt über Brüssel. EU-Experte Bernd Schlüter rät dazu, Themen über die europäische Bande zu spielen und die Zivilgesellschaft zu stärken.

Der Rettungsdienst soll ein eigener Leistungsbereich im SGB V werden. Doch das birgt Konfliktpotenzial. Die Akteure streiten über Vergütung, Zuständigkeiten und Finanzierung.

Die Reform der Notfallversorgung muss den Rettungsdienst stärken, nicht belasten, fordert Kevin Grigorian von den Johannitern. Digitalisierungschancen und Versorgungsqualität dürften nicht durch neue Bürokratie verspielt werden.

Der Gesetzgeber muss bei der Reform des Rettungsdienstes dessen Rolle in der Gefahrenabwehr schützen, mahnt Christian Reuter, Generalsekretär des DRK. Sonst drohten bewährte Strukturen und ehrenamtliche Stärke Schaden zu nehmen.