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Debatte Werkstattentgelte
Aktualisiert am 27.05.2021 - 13:25

Alte Forderungen neu aufgebohrt

Eine Petition hat die Diskussion über einen Mindestlohn für Menschen mit Behinderung in Werkstätten neu entfacht. Jetzt reagiert die Branche.

Lukas Krämer ist rund 40 000 Unterschriften von seinem großen Ziel entfernt. In einer an Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gerichteten Petition fordert er die
Einführung des Mindestlohns für Beschäftigte in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Knapp 110 000 Unterschriften hat er schon. Im Text zu seiner Petition kritisiert Krämer, dass Werkstattbeschäftigte
von ihren 1,35 Euro Stundenlohn nicht leben könnten und deshalb auf Grundsicherung angewiesen seien. „Das kann man mit uns machen, weil wir eine Behinderung haben“, schreibt er. Krämer lebt mit einer
Behinderung, seit er als Kind an einer Hirnhautentzündung erkrankte. Früher arbeitete er selbst in einer Werkstatt.

Die Debatte um Löhne in Werkstätten für Menschen mit Behinderung ist nicht neu. Werkstattbeschäftigte fordern schon seit Jahrzehnten ein besseres Einkommen. Verbände wie die AWO und die Lebenshilfe
verlangen ein neues Entgeltsystem. Doch mit seiner Petition hat der Aktivist Krämer die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf die Gehaltssituation der derzeit 300 000 Werkstattbeschäftigten in
Deutschland gerichtet. Krämers Petition verbreitete sich auf Twitter und Facebook. Medien wie das Magazin Stern, der Radiosender Deutschlandfunk Nova oder die Satiresendung ,Abendshow‘ des rbb berichteten
über sie.

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