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Rettungsdienst
Aktualisiert am 25.06.2021 - 10:57

Zeit für den Weckruf

Präsident Steiger © Steiger

Der Rettungsdienst in Deutschland krankt an unklaren Zuständigkeiten und mangelnder Kontrolle. Ausbleibender politischer Reformwille kostet Menschenleben, meint Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung.

Eine kaum bekannte Tatsache zumNotruf in Deutschland: Im Falle eines schweren Unwetters kann es leicht geschehen, dass der abgesetzte Notruf in der Warteschleife hängen bleibt. Der Grund ist, dass die Steuerung des Rettungsdienstes über die Leitstellen in Deutschland jeweils völlig unterschiedlich ausgestaltet ist – nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern teilweise auch von Region zu Region und von Landkreis zu Landkreis. Eine Vernetzung der Leitstellen untereinander, etwa um Ausfälle oder besonders hohe Auslastungen aufzufangen, gibt es wenig. Niemand mag sich vorstellen, dass die rettungsdienstliche Versorgung für einen Herzinfarkt während eines schwer tobenden Gewitters ausbleibt, weil Bürgerinnen und Bürger die 112 bereits zu oft angerufen haben, um überflutete Keller auspumpen zu lassen. Dennoch ist dies in manchen Bundesländern eine reale Gefahr. 

Die Entwicklung im deutschen Rettungswesen in den vergangenen mindestens 20 Jahren ist bedrückend. Die Aussichten auf eine nachhaltige Diskussion über erforderliche politische Maßnahmen sind indes trübe. Die Coronapandemie bestimmt noch immer unseren Alltag und das politische Tagesgeschehen. Die ohnehin unbekannten Herausforderungen im Rettungswesen finden deshalb wenig Beachtung. Doch die Brisanz hat sich für Notfallpatientinnen und -patienten nicht geändert und es ist Zeit für einen Weckruf.

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