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Aktualisiert am 29.11.2021 - 07:21

Tarifzwang macht Pflegende nicht zufriedener

BPA-Präsident Meurer © Jürgen Henkelmann

Bernd Meurer, Präsident des BPA, über die Tarifpflicht in der Pflege, sinkende Gewinnmargen bei privaten Anbietern sowie schwindende Wettbewerbsvorteile.

Ein Gehalt von 4000 Euro monatlich für Pflegekräfte ist durchaus vorstellbar, wenn der Lohn von den Tarifpartnern ausgehandelt ist. Das sagte kürzlich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Was sagen Sie?
Starke Worte des scheidenden Gesundheitsministers. Aber warum soll ein Gehalt von 4000 Euro monatlich nur dann möglich sein, wenn es von den Tarifpartnern ausgehandelt ist? Eine bessere Bezahlung wünschen wir uns doch für alle Pflegekräfte, also auch für die, die beispielsweise nach einer Arbeitsvertragsrichtlinie oder einer betrieblichen Vereinbarung bezahlt werden. Entscheidend ist, dass Löhne und Gehälter in einem fairen System refinanziert werden, das auch die betrieblichen Risiken der Pflegeeinrichtungen berücksichtigt und die Unternehmerinnen und Unternehmer für ihr Wagnis entlohnt. Das haben wir aber heute nicht. Es ist doch richtig, dass die Politik in den vergangenen Jahren neben einer Ausweitung von Leistungen auch die Pflegelöhne in den Blick genommen und gestärkt hat. Was fehlt, ist aber noch der entscheidende nächste Schritt. Der Gesetzgeber muss für eine zukunftssichere Finanzierung der Pflegeunternehmen sorgen. Das bedeutet, dass betriebliche Risiken ebenso berücksichtigt werden müssen wie ein fairer Aufschlag für das unternehmerische Wagnis.

Lesen Sie das gesamte Interview in unserer aktuellen Ausgabe.

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