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Pflege
Aktualisiert am 03.12.2020 - 08:59

Diakonie warnt vor Überlastung

Diakonie-Päsident Lilie © Diakonie/Thomas Meyer

Der Personalmangel ist das Hauptproblem bei der Bekämpfung der Pandemie. Corona verschärfe die Lage drastisch, sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie.

  • Personalmangel ist größtes Hindernis bei der Pandemie-Bewältigung.

  • Mitarbeitende haben Sorge, andere anzustecken.

  • Pflegereform soll langfristig Entlastung für Pflegende und Angehörige bringen.

Pflegekräfte der Diakonie empfinden den Personalmangel als das größte Hindernis bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie. Das ist ein zentrales Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Diakonie unter Mitarbeitenden in der stationären Altenhilfe. Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass der durch Corona bedingte Personalausfall nur durch Mehrarbeit und eine Umverteilung von Personal innerhalb ihrer Einrichtung kompensiert werden kann. 25 Prozent der Befragten gaben an, dass Kolleginnen und Kollegen mit Covid-19 infiziert waren. 70 Prozent zufolge mussten Kolleginnen und Kollegen in ihrer Einrichtung wegen eines Coronaverdachts in Quarantäne, was die Personallage zusätzlich erschwerte.

Personalmangel weiter verschärft

„Die ohnehin angespannte Personallage in der Pflege wird durch Corona drastisch verschärft“, sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. Der großen Professionalität und dem hohen Engagement der Pflegenden in der Diakonie sei es zu verdanken, dass auch in dieser Ausnahmezeit besonders gefährdete Menschen weiter versorgt würden. Corona unterstreiche aber auch, dass der Personalnotstand in der Pflege endlich gelöst werden müsse. Schon ohne Pandemie benötigten die Pflegeheime deutschlandweit mehr als 100.000 zusätzliche Pflegekräfte.

Pflegereform gefordert

„Wir brauchen ein Pflegesystem, das die Pflegenden wirklich fair behandelt“, fordert Lilie. Es führe kein Weg vorbei an einer umfassenden Pflegereform. Durch gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung ließen sich außerdem mehr junge Menschen und Berufsumsteigerinnen und -umsteiger für den Pflegeberuf gewinnen.

An der Erhebung nahmen 1735 Mitarbeitende in stationären, teilstationären Einrichtungen, ambulanten Diensten und Hospizen der Diakonie in ganz Deutschland im Zeitraum vom 2. bis 30. Oktober 2020 teil. 60 Prozent der Befragten lassen sich dem stationären Bereich der Altenhilfe, 28 Prozent den ambulanten Diensten, sieben Prozent dem teilstationären Bereich und fünf Prozent den Hospizen zuordnen. dh

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