Raphael Graf von Deym

Transparent wirtschaften und Vertrauen aufbauen

Direktor von Deym © Sandra Wolf Fotografie

Raphael Graf von Deym hat viele Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet. Als Caritasdirektor treibt er jetzt ein Thema voran, das für die gesamte Branche wichtig ist: Transparenz.

Alter: 51
Arbeitgeber: Caritasverband für Stuttgart
Funktion: Direktor
Ausbildung: Kaufmann (Diplom)
Nach 15 Jahren Karriere in der freien Wirtschaft stellte sich Raphael Graf von Deym die Frage nach dem Sinn. „Ich habe irgendwann einen Job gesucht, der mitten im Leben stattfindet und der Gesellschaft und mir persönlich etwas bringt“, erzählt der Diplom-Kaufmann. Auch die Erkenntnis, dass er und seine Frau keine Kinder bekommen werden, habe ihn seine Lebensplanung hinterfragen lassen. „Ich habe mich dann in der Sozialwirtschaft umgeschaut und wollte meine Kompetenzen als Kaufmann und Wirtschaftsprüfer einbringen“, sagt von Deym. An einem Wochenende vor gut acht Jahren, entspannt auf dem Sofa sitzend, las er sich durch Stellenanzeigen. Die Caritas Stuttgart suchte zu der Zeit einen zweiten Vorstand. Von Deym war mit seiner Bewerbung erfolgreich. Seitdem treibt er beim Verband und in der gesamten Branche ein Thema voran, das ihn schon während seiner Zeit in der Profitwirtschaft beschäftigt hat: Transparenz. „Noch ist es ungewöhnlich in der Sozialwirtschaft, Transparenz offensiv zu praktizieren“, berichtet von Deym. Er habe Kollegen, die sich Sorgen machen, Leistungsträger würden beispielsweise die Offenlegung von Überschüssen bei Verhandlungen zu Pflegesätzen zu ihrem Vorteil missbrauchen.Doch von Deym ist von den Vorteilen eines transparenten Sozialunternehmens überzeugt, auch was die Beteiligung von Mitarbeitenden betrifft. Der Caritasdirektor bespricht mit Mitarbeitervertretern den kompletten Bericht des Wirtschaftsprüfers. Sie würden häufig gute Argumente bei Entscheidungsprozessen einbringen. Das gehe nur, weil sie über alle Details des Verbands informiert sind. „Bei Transparenz geht es um Glaubwürdigkeit und Vertrauen – sagen, was man tut, und tun, was man sagt“, unterstreicht von Deym.