Klimaschutz
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Evangelische Bank unterstützt beim nachhaltigen Immobilienmanagement

Matteo Ceruti – stock.adobe.com

Nicht-grüne Immobilien erhalten immer schwerer eine Finanzierung. Ein Online-Tool der Evangelischen Bank kann Finanzierungsmaßnahmen den Weg ebnen, indem es den Nachhaltigkeitsgrad transparent macht.

Aktuelle Kreditvergaberichtlinien geben vor, dass jedes Unternehmen zum Erlangen eines Kredits bereits ab der Kleindarlehensgrenze von 700.000 Euro eine Bestandsaufnahme hinsichtlich seines CO2-Fußabdrucks vornehmen muss. Auch muss es Auskunft geben können zu der Frage, inwieweit der Immobilienbestand schon auf das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens ausgerichtet ist. Im Zuge der sogenannten 7. MaRisk-Novelle (Mindestanforderungen an das Risikomanagement), mit der die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Sommer vergangenen Jahres aktuelle Vorgaben der Europäischen Bankenaufsicht in nationales Recht umgesetzt hat, wurde die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsfaktoren im Rahmen der Kreditvergabe sogar noch verstärkt. So sind bei Finanzierungsanfragen neben den bekannten Unterlagen zu Bonität und Investition nun deutlich weitergehende Daten zu den geplanten Vorhaben, aber auch zu den Sicherungsobjekten unter Nachhaltigkeitsaspekten zur Verfügung zu stellen.

Begrenzte Ressourcen

Daten dieser Art zu erheben ist nicht trivial. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Sozial- und Gesundheitsbranche fehlen oft die nötigen Ressourcen, um sich dem komplexen Thema Bestandsoptimierung unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ausreichend widmen zu können. Aber auch größere Unternehmen müssen die gestellte Aufgabe zügig und zielgerichtet angehen, denn der wirtschaftliche Druck ist enorm. Schon heute verlieren Immobilien mit hohem Energieverbrauch und schlechter CO2-Bilanz deutlich an Wert. Nur ein nachhaltiges Immobilienmanagement kann die Funktionalität und Werthaltigkeit von Immobilienbeständen mittel- und langfristig sichern, da Ressourcen und Emissionen schlicht zu teuer werden.

Um Unternehmen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft bei der Implementierung eines nachhaltigen Immobilienmanagements zu unterstützen, hat die Evangelische Bank (EB) das Tool EB-Immo-Scoring entwickelt. Es liefert einen schnellen, kennzahlenbasierten Überblick über Kosten, Investitionsbedarfe und Risiken des Immobilienbestandes auf dem Weg zur Klimaneutralität. Dabei erfolgt die Ergebnisermittlung in vier Schritten:

  • Zunächst hilft EB-Immo-Scoring bei der Bestandsaufnahme und der Analyse des Status quo: In welchem baulichen Zustand befinden sich die Gebäude aktuell? Wie werden sie bewirtschaftet? Wieviel Energie verbrauchen sie – und wie hoch ist ihr CO2-Ausstoß? Klar strukturierte Fragebögen und einfache Eingabefelder erlauben es, die wichtigsten Daten zügig und mit geringem Aufwand zu erfassen.

  • In einem zweiten Schritt werden die eingegebenen Daten ausgewertet. Hierfür werden beispielsweise Energieverbräuche mit Hilfe von bereinigten CO2-Äquivalenten umgerechnet und in zwei Verfahren entsprechend der sogenannten CRREM-Pfade (Carbon Risk Real Estate Monitor) zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors auf das 1,5-Grad-Ziel abgebildet. Anhand von Dashboards werden die Ergebnisse übersichtlich visualisiert.

  • Die Messung und Sichtbarmachung des Status quo erlaubt nun die Identifizierung und Priorisierung von Investitionsbedarfen. Dies gilt beispielsweise in Bezug auf die Hebung von energetischen Einsparpotenzialen: EB-Immo-Scoring unterstützt dabei, bereits heute den Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten des Immobilienbestandes zu verringern, Risiken rechtzeitig zu erkennen und zukünftige Vorgaben zu erfüllen.

  • Last but not least ist die Erstellung eines umfassenden Investitions- und Finanzierungs-Konzepts für eine ganzheitliche Anpassung des Immobilienbestandes möglich: Basierend auf den erhobenen Informationen über Zustand und Bewirtschaftung der Gebäude werden objektbezogene Szenarien mit unterschiedlichen Maßnahmen entwickelt und im Sinne einer Kosten-Nutzen-Analyse gewichtet. Das Ergebnis ist ein Gesamtrahmenplan für Maßnahmen und Investitionsbedarfe über einen mehrjährigen Zeitraum.

Einbeziehung von Kundinnen und Kunden

Hinsichtlich ihres spezifischen Branchenfokus auf die Sozial- und Gesundheitswirtschaft schließt EB-Immo-Scoring eine Lücke in der bisherigen Angebotslandschaft. Dies ergaben unter anderem zahlreiche Gespräche mit Kundinnen und Kunden, die in die Entwicklung des Tools von Anfang an miteinbezogen wurden. Maßgeblich beteiligt war außerdem die Ende 2020 gegründete Tochtergesellschaft EB-Sustainable Real Estate GmbH (EB-SRE). Sie ist spezialisiert auf nachhaltige Projektentwicklung und Neupositionierung von Bestandsimmobilien und nimmt eine prägende Rolle bei der Konzeption, Entwicklung und Realisierung von nachhaltigen Immobilienprojekten ein.

Gemeinsam mit Kundinnen und Kunden soll das EB-Immo-Scoring sukzessive weiterentwickelt und auf spezifische Bedarfe ausgerichtet werden. Durch die offene Architektur der Anwendung passt sich die Funktionalität kontinuierlich an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzern an. Denn klar ist: Je mehr Unternehmen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft EB-Immo-Scoring einsetzen, desto eher wird die Dekarbonisierung des Immobilienbestandes gelingen.

Die Evangelische Bank unterstützt die Veröffentlichung und Verbreitung dieses Beitrags.