Initiative Pro Pflegereform

Reformvorschlag benachteiligt den Osten

Die Initiative Pro Pflegereform hat ihr zweites Gutachten für eine alternative Ausgestaltung der Pflegeversicherung vorgestellt. Erwin Rüddel, der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, fand deutliche Worte.

Vorsitzender des Gesundheitsausschuss Rüddel © Erwin Rüddel

  • Der Vorschlag der Initiative entlaste nur Pflegebedürftige in den alten Bundesländern, sagt Erwin Rüddel.
  • Die Initiative Pro Pflegereform will einen festgesetzten Eigenanteil für Pflegebedürftige von 471 Euro, während Mehrkosten zulasten der Pflegeversicherung sollen.
  • Auch Laien sollen verstärkt in die Pflege kommen.

Den Reformvorschlag der Initiative Pro Pflegereform sieht Erwin Rüddel, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag, kritisch. Pflegebedürftige in den neuen Bundesländern würden kaum entlastet und westdeutsche dafür dreifach.

Eigenanteil festsetzen

Die Gutachter schlagen einen zeitlich und monetär festgesetzten Eigenanteil von 471 Euro für Pflegebedürftige vor. Die Pflegeversicherung trage alle darüber entstehenden Kosten, so ließen sich weiter steigende Eigenanteile verhindern. Steuerzuschüsse oder eine Bürgerversicherung könnten die entstehenden höheren Beitragssätze ausgleichen. „Darüber, ob das der richtige Weg ist, muss man nachdenken“, sagte Ausschussvorsitzende Rüddel bei Vorstellung des neuen Gutachtens der Initiative Pro Pflegereform.

Zivilgesellschaft einbinden

„Pflegende Angehörige sind der größte Pflegeanbieter Deutschlands“, sagte Bodo de Vries vom Deutschen Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflege, bei der Vorstellung des Gutachtens. Eine etwaige Reform solle dieses Potenzial aktivieren. Sowohl professionelle Pflegekräfte als auch Laien sollen laut Vorschlag zuvor vereinbarte Pflegeleistungen durchführen können. So könnten Familienmitglieder oder zivilgesellschaftliche Akteure einzelne Leistungen übernehmen und dafür mit einem Pflegegeld vergütet werden. Dieses entspräche 40 Prozent der Vergütung der professionellen Leistung.    

Sektorengrenzen abbauen

Die Gutachter schlagen außerdem eine sektorenübergreifende Versorgungsstruktur vor. Dafür soll zunächst der Medizinische Dienst der Krankenkassen wie gehabt den Bedarf der pflegebedürftigen Person feststellen. Ein Care- und Case-Manager auf kommunaler Ebene soll dann künftig die Behandlung des Pflegebedürftigen steuern und organisieren und zusammen mit Angehörigen, Bedürftigen und Anbietern einen Leistungsplan aufstellen. Anbieter oder Angehörige erbringen die Leistungen dann unabhängig vom Wohnort, anhand eines einheitlichen Modul- und Leistungskatalogs für sowohl ambulante als auch stationäre Angebote.

Die Initiative Pro Pflegereform besteht aus einem Netzwerk von über 100 Akteuren der Pflegebranche. Heinz Rothgang, Professor für Gesundheitsökonomie stellte das zweite Gutachten zu einer Pflegereform in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin vor. rv

zurück | drucken

Artikel weiterempfehlen

Frage des Monats

Gegen die AWO in Frankfurt und Wiesbaden laufen weitreichende Ermittlungen wegen Vetternwirtschaft, unangemessenen Gehältern und mangelnder Kontrolle. Was meinen Sie: Ist das Geschäftsgebaren der AWO-Kreisverbände typisch für die Branche oder die Ausnahme?

Typisch

Ausnahme

Keine Meinung


Ergebnisse

Die aktuelle Ausgabe

Titelthema: Strategie wechseln

Wie Sozialunternehmen den Schwung neuer Trends und Entwicklungen nutzen

weiter

Leider falsch - wir korrigieren

Alle Menschen machen Fehler – bei Journalisten sind sie leider gleich gedruckt. Manchmal rutscht uns eine missglückte Formulierung durch, manchmal eine falsche Zahl. Das tut uns leid. Hier finden Sie die Korrekturen.

Probleme auf der Webseite?

Falsche Darstellung, fehlerhafter Link, fehlende Funktion? Bitte melden Sie Probleme mit der Webseite unserem Administrator. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe! Fehler melden

 

Unser Wohlfahrt Intern E-Paper

Lesen Sie Wohlfahrt Intern jetzt auch als E-Paper

E-Paper hier öffnen

Seite weiterempfehlen