Markus Nachbaur

Ein unschlagbares Angebot

Vorstand Nachbaur © Marco Mehl

Die Stiftung Liebenau hat ihren Sitz unweit von Markus Nachbaurs Heimatstadt. Seit 1995 ist die Stiftung sein Arbeitgeber. Als Vorstand will er unter anderem die Digitalisierung mitgestalten.

Alter: 55
Arbeitgeber: Stiftung Liebenau
Funktion: Vorstand
Ausbildung: Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Promotion), Betriebswirtschaftslehre (Diplom), Bankkaufmann

Dass Markus Nachbaur 1995 einen Job bei der Stiftung Liebenau fand, deren Sitz in Meckenbeuren am Bodensee nicht einmal zehn Kilometer von seiner Heimatstadt Tettnang entfernt liegt, war Zufall. „Ich habe die Ausschreibung für eine Stelle als Vorstandsassistent in der Zeitung gesehen und bin schnurstracks hingefahren“, erzählt der 55-Jährige. Zu der Zeit arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg. „Für mich war nicht entscheidend, dass die Arbeitsstelle in meiner Heimat lag“, sagt Nachbaur. Das Angebot sei einfach gut gewesen.

Im selben Jahr, als der promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler die Stellenanzeige in der Zeitung las, führte die Stiftung Liebenau als eines der ersten Sozialunternehmen in Deutschland eine Holding-Struktur ein. Im Zuge dieses Umbaus erweiterte sie den Vorstandsbereich um eine Assis-tentenstelle. Nachbaur wurde die Leitung der Finanzabteilung in Aussicht gestellt. „Das bot mir die Perspektive, mich bei der Stiftung langfristig zu entwickeln“, sagt er. Seit 2005 ist Nachbaur Vorstand der Stiftung mit rund 7000 Mitarbeitenden, einem Umsatz von 345 Millionen Euro und 324 Einrichtungen und Diensten in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien, der Schweiz und der Slowakei.

Seit Anfang des Jahres ist er stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von Mitunsleben. Das Start-up aus 15 diakonischen und caritativen Gesellschaften entwickelt derzeit eine Onlineplattform, die soziale Dienstleistungen vermitteln soll. „Wir wollen die Digitalisierung aktiv mitgestalten und an der Weiterentwicklung dieses Markts mitwirken“, erklärt Nachbaur das Engagement der Stiftung Liebenau in dem Start-up. Auch in anderen Bereichen will der Vorstand mitgestalten. „Wir entwickeln zurzeit ein bundesweit einmaliges Projekt, die geriatrische Notfallversorgung“, erklärt er. Hier würden Fragestellungen aus der Altenpflege und medizinischer Versorgung gebündelt. Außerdem sitzt Nachbaur im Beirat des Intra Labs, einem Innovationslabor zur Entwicklung von Lösungen sozialer Probleme.