Evangelischer Krankenhausverband

Zeit für Generalistik wird knapp

Eine zügige Umsetzung des Pflegeberufegetzes ist essentiell für die Zukunft der Pflege in Deutschland. Vor allem bei der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung drängt die Zeit. Darin stimmten die Teilnehmer am Parlamentarischen Frühstück des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbands in Berlin überein.

Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik Diakonie Deutschland

BERLIN – „Auf der Zielgeraden darf es jetzt kein Straucheln geben“, betonte Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbands (DEKV). Bis zur Sommerpause müssten dem Bundesrat die Ausbildungs-und Prüfungsverordnung sowie die Finanzierungsverordnung für die generalisitsche Pflegeausbildung zur Verabschiedung vorgelegt werden. „Nur so erhalten die Ausbildungseinrichtungen Planungssicherheit für Inhalte und Finanzierung der Ausbildung“, erklärte Radbruch weiter.

Appell an Abgeordnete

Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, appellierte ebenfalls an die anwesenden Bundestagsabgeordneten, die Umsetzung der Generalistik zügig in die Wege zu leiten. „Die reformierte Ausbildung wird dazu beitragen, die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern“, sagte sie.

Dem stimmte Bettina Müller, Berichterstatterin der SPD für das Pflegeberufegesetz, zu. „Breit ausgebildetes Pflegepersonal sichert die Attraktivität des Berufs“, erläuterte sie. Die Generalistik führe Alten- und Krankenpflege zu einem gemeinsamen Pflegefachberuf zusammen, der international anschlussfähig sei. Die Politik dürfe bei der Umsetzung der Reform keine weitere Zeit verlieren.

Entwicklung längst überfällig

Jochen Vennekate, Vorstandsmitglied des DEKV und des Bundesverbands Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe, zeigte sich überzeugt, das gesamte Pflegesystem werde von der Generalistik profitieren. „Der Blick wird in Zukunft nicht auf das Alter des Patienten, sondern auf Pflegephänomene, die in allen Altersstufen auftauchen, gerichtet sein“, erklärte er. Damit würde die Pflege einen längst überfälligen Entwicklungsschritt gehen.

Einen Vortrag aus Perspektive des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hielt Matthias von Schwanenflügel. Er ist Abteilungsleiter für demografischen Wandel, ältere Menschen und Wohlfahrtspflege. Auch er wies auf den Zeitdruck hin, der bei der Umsetzung der neuen Pflegeausbildung herrscht. Das Ministerium arbeite bereits an Beratungs- und Unterstützungsangeboten zur Generalistik für Ausbildungsstätten. Doch auch die Länder müssten Voraussetzungen schaffen. „Sie müssen beispielsweise klären, wie die Finanzierungsströme zwischen Einrichtungen und Schulen fließen sollen“, sagte von Schwanenflügel.

Generalistik beseitigt nicht alle Probleme

Bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Generalistik allein nicht alle Probleme in der Pflege lösen wird. Einige Bundestagsabgeordnete betonten, wie wichtig eine größere Wertschätzung und Anerkennung von Pflegekräften in der Gesellschaft sei. Die Abschaffung der unterschiedlichen Vergütung von Alten- und Krankenpflegern sei ebenfalls bedeutend für die Aufwertung des Berufsfelds. sd

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