Contec Forum

Verbesserungen gehen zu Lasten der Betroffenen

Momentan führt jede Verbesserung in der Pflege zu einer höheren Zuzahlung der Betroffenen. Alternative Systeme, um Kosten zu erstatten, führen jedoch zu steigenden Preisen und schlechterer Qualität.

Teilnehmende der Podiumsdiskussion © Wohlfahrt Intern

BERLIN - Das prognostizierte Manfred Stegger, Vorstandsvorsitzender der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebedürftige Menschen, auf einer Podiumsdiskussion auf dem Contec Forum. Teilweise betrage der Eigenanteil momentan 1800 Euro. Da kämen nun durch erhöhte Tariflöhne noch 600 bis 800 Euro oben drauf. "Die Budgets der Pflegebedürftigen sind vollständig aus den Fugen geraten", so Stegger. Im Wesentlichen könne er Betroffenen keinen Rat geben. Sie müssten die Erhöhungen akzeptieren oder in ein anderes Heim ziehen.

Die Finanzierbarkeit der Pflege ist mit der Rente verbunden

"Niemand ist überrascht und es sollte auch niemand überrascht sein, dass die Aufwendungen nun steigen werden", sagte Gernot Kiefer, Vorstand vom GKV-Spitzenverband. Steuerzuschüsse vom Bund seien dabei ein Thema. Einererseits gebe es einen höheren Finanzbedarf, andererseits werde eine Steuerung des Gewinns der Träger benötigt, so Kiefer. "Die Debatte der Finanzierbarkeit der Pflege ist mit dem Einkommen der Rente verbunden, das muss uns Sorgen machen", sagte der Vorstand.

Pflegekassen in Verhandlungen einbinden

Die Investitionskosten würden zwischen Einrichtungen und Sozialhilfeträgern besprochen, so Kiefer weiter. "Ein Verhandlungsmandat der Pflegekassen ist hier angebracht, da sie die Interessen der Betroffenen vertreten", sagt der GKV-Vorstand. Diese würden dem ökonomischen Interessen der anderen Parteien gegenüberstehen.

Kostensteigerungen können verarbeitet werden

"Wir haben ein System, dass die Kostensteigerungen verarbeiten kann", sagte Jörg Rabe, Verbandsdirektor des Kommunalen Sozialverbands Mecklenburg-Vorpommern. Man müsse steuerfinanzierte Mittel einsetzen, jedoch nicht primär auf Bundesebene. Ansonsten greife die Sozialhilfe. Bei einer eventuellen Teilkaskopflegeversicherung mit kompletter Deckelung des Eigenanteils brauche man Interessensquoten der Bewohner, so der Verbandsdirektor.

Anrecht auf die Frage nach Renditen

"Die Forderung von Teilkasko mit fixem Eigenanteil ist eine Umkehrung der Logik", sagte Stefan Sell, Direktor des Instituts für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung der Hochschule Koblenz. Würde dieses eingeführt, habe die Gesellschaft jedoch das Anrecht, die Frage nach den Renditen beantwortet zu bekommen. Es müsse sicher zu beantworten sein, wo das öffentliche Geld hinfließe und wie viel Gewinn den Trägern zugestanden werden müsse. rv

zurück | drucken

Frage des Monats

Sollte es analog zur Frauenquote eine Quote für Menschen mit Behinderung in Vorständen und Aufsichtsräten geben?

Ja

Nein

keine Meinung


Zum Umfrage-Ergebnis

Die aktuelle Ausgabe

Titelthema Change Management

• Kosten senken

• Kommunikation stärken

• Mitarbeiter einbinden

weiter

    Leider falsch - wir korrigieren

    Alle Menschen machen Fehler – bei Journalisten sind sie leider gleich gedruckt. Manchmal rutscht uns eine missglückte Formulierung durch, manchmal eine falsche Zahl. Das tut uns leid. Hier finden Sie die Korrekturen.

    Probleme auf der Webseite?

    Falsche Darstellung, fehlerhafter Link, fehlende Funktion? Bitte melden Sie Probleme mit der Webseite unserem Administrator. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe! Fehler melden

     

    Lesen Sie Wohlfahrt Intern jetzt auch als E-Paper

    E-Paper hier öffnen