DRK Wohlfahrtskongress

Verbände und Start-ups haben gleiche Ziele

„Wir müssen Brücken bauen“, sagte die Geschäftsführerin des Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschlands, Katrin Elsemann, auf dem DRK Wohlfahrtskongress in Berlin. Verbände und Start-ups müssten an einem Strang ziehen.

Geschäftsführerin Elsemann © Wohlfahrt Intern

BERLIN - „Wir brauchen Kooperationen, die gelingen, um zu zeigen, dass es geht“, so die Geschäftsführerin. Verbände würden Social Start-ups immer noch als Konkurrenz wahrnehmen. Dabei wollten beide dasselbe, nämlich Verbesserungen für die Schwachen der Gesellschaft. Auch zwischen den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege sei mehr Zusammenarbeit wünschenswert, so Elsemann. Soziale Innovation sei aber letztendlich nur möglich, wenn die Politik endlich entsprechende Fördergelder bereitstelle.

Blick von außen

Wohlfahrtsverbände seien meist näher am Problem dran als die Start-ups, sagte Norbert Kunz, Geschäftsführer von Social Impact. „Die Nähe ermöglicht es aber in der Regel nur, einen Prozess zu optimieren, nicht ihn komplett neu zu denken“, so Kunz. Der Blick von außen könne daher helfen.

In der Wohlfahrt gebe es verständlicherweise auch Vorbehalte: „Neues Verhalten tut immer weh“, so Kunz. Man müsse deshalb die Bereitschaft fördern, sich auf Neues einzulassen. Ein anderes Problem sei, dass Mitarbeiter keinen Freiraum hätten, Prozesse neu zu denken. Starre Qualitätskriterien seien hinderlich.

Start-ups können Probleme nicht alleine lösen

„Die Wohlfahrt ist der einzige Akteur, der uns sagen kann, ob wir in die richtige Richtung gehen“, sagte Manouchehr Shamsrizi, Gründer des Social Start-ups RetroBrain für die Entwicklung therapeutisch-präventiver Videospiele für Senioren. „Manche Probleme können wir als Start-ups nicht alleine lösen, weil wir sie gar nicht als Probleme erkennen“, so Shamsrizi. Da helfe die Expertise und Erfahrung der Verbände.

Kooperation auf lokaler Ebene

Die Zusammenarbeit mit der Wohlfahrt klappe vor allem auf der Ebene der Einrichtungen, berichtete Sophie Rabe von Lindera, einem Start-up, das digitale Hilfen für die Sturzprävention entwickelt. „Der fachliche Austausch mit Pflegeheimen hat sehr gut funktioniert“, so Rabe. Auf den höheren Ebenen sei das Start-up dagegen nicht sehr weit gekommen. Da müsste man Strukturen der Zusammenarbeit entwickeln. „Da gibt es noch viel Potenzial.“

Der diesjährige Wohlfahrtskongress des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin mit rund 350 Teilnehmenden steht unter dem Motto ‚Wandel. Weitsicht. Wohlfahrt‘. Vertreter aus Verbänden, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutieren die Bedeutung des Sozialen und die Rolle der Wohlfahrt in Zeiten gesellschaftlichen Wandels. br

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