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Klimaschutz
Aktualisiert am 16.06.2019 - 15:17

Verbände machen sich auf den Weg

AWO Referent Diekamp © Wohlfahrt Intern

„Klimaschutz muss in der Refinanzierung von Trägern auftauchen“, sagt Thomas Diekamp, Referent für Klimaschutz beim AWO Bundesverband. Die AWO macht sich trotzdem bereits auf den Weg.

  • AWO hat ein Instrument zur Messung des CO2–Abdrucks entwickelt.
  • Emissionen verringert der Verband in einem Projekt.
  • Verbände sollten bei Investitionen auf Energieverbrauch und Emissionen achten.

Der Klimaschutz stehe schon länger in den Leitsätzen der AWO. „Passiert ist aber noch wenig“, sagt Thomas Diekamp auf dem Kongress. Die AWO sehe sich aber in der Pflicht aktiv dazu beizutragen. Klimaschutz sorge auch für eine erhöhte Arbeitgeberattraktivität. Neue Angestellte würden darauf achten.

Emissionen in kleinen Schritten abbauen

Die AWO habe eine Messung des CO₂-Abdrucks für Kitas, ambulante Dienste und Pflegeeinrichtung entwickelt. Diese Messung habe ergeben, dass ein einzelner Pflegeplatz in der AWO acht Tonnen CO₂ im Jahr verursache. „Bis 2050 müssen wir auf eine Tonne runter“, sagte Diekamp. Das gehe nur in kleinen Schritten. Ernährung und Verpflegung sei dabei für 40 bis 50 Prozent der Emissionen verantwortlich.

Einrichtungen erarbeiten Maßnahmen

Die Emissionen der eigenen Pflegeheime verringert die AWO nun mit dem Projekt Klimafreundlich Pflegen. Das Projekt startete in 40 Einrichtungen, die nun drei Jahre teilnehmen. Die Einrichtungen würden Ziele und Maßnahmen erarbeiten, erproben und evaluieren. Möglichkeiten zur Verringerung seien beispielsweise schon vegetarische Alternativen beim Essen oder Fleischportionen zu verkleinern sowie die An- und Abreise der Mitarbeiter durch Leasingfahrräder. „Es geht darum realistische Ziele zu setzen und diese umzusetzen“, sagte Diekamp.

„Verbände sind aufgerufen beim Klimaschutz beizutragen“, sagte Harald Kohl, Leiter der Arbeitsgruppe Grundsatzangelegenheiten des Klimaschutzes und Klimaschutzplan vom Bundesumweltministerium. Vor allem bei den Themen Mobilität, Wohnen und Ernährung könnten sich Sozialunternehmen klimafreundlich aufstellen. Wer heute baue oder renoviere, sollte Energieverbrauch und Emissionen im Hinterkopf behalten.  
Die Konferenz der Volkssolidarität fand in Berlin mit knapp 50 Teilnehmern statt. Sie stand unter dem Motto: „Herausforderungen für die Sozialwirtschaft: Klimaschutz, Fachkräfte und Wohnraum“. rv


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