Gesundheitspolitik

Spahn will bei Digitalisierung mehr Tempo

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) treibt die Akteure aus dem Gesundheitswesen zu mehr Tempo bei der Digitalisierung an. Eine Berufsgruppe sei besonders in der Pflicht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn © Wohlfahrt Intern

„Wir werden es nicht hinnehmen, wenn sich Ärzte der Telematik verweigern“, sagte der Bundesgesundheitsminister. Für eine bessere Versorgung und mehr Digitalisierung habe er einen Referentenentwurf in die Ressortabstimmung gegeben. Mediziner würden darin finanziell motiviert, sich von Karteikarte und Faxgerät zu verabschieden und mehr online Sprechstunden anzubieten. Auch Kliniken müssten sich in die Telematik-Infrastruktur einbringen. Ärzten, die sich der Digitalisierung verweigerten, drohten Sanktionen wie Honorkürzungen, warnte Spahn.

Apps in die Regelversorgung bringen

Auch brauche es mehr digitale Anwendungen in der Regelversorgung wie etwa Gesudheitsapps, die von der Kasse bezahlt werden sollen. „Wir haben bei der Digitalisierung 15 Jahre aufzuholen“, so der Gesundheitsminister. Es sei wichtig, nun mit einer Reihe von Anwendungen konkret zu werden. Man dürfe nicht warten, bis alle Entwicklungen aus den USA oder, schlimmer, aus China kommen. Dafür müsse es in Deutschland klappen. Dazu gehöre auch, Berufsgesetze zu modernisieren. Es könne nicht sein, dass bei Pflegern, Physiotherapeuten oder auch Ärzten in der Ausbildung keine digitalen Inhalte berücksichtigt werden.

Blockaden in Selbstverwaltung auflösen

„Debatten müssen zu Entscheidungen führen“, sagte Spahn weiter. Eine Verweigerung oder gar Absprachen dazu dürfe es bei der Selbstverwaltung aus Ärzten, Kliniken und Kassen nicht geben. Aus diesem Grund habe er auch die 51 prozentige Übernahme der Gematik durch sein Ministerium ins neue Termin- und Servicegesetz geschrieben. Kernaufgabe der 2005 gegründeten Gesellschaft ist der Aufbau einer sicheren Telematik-Infrastruktur zu der auch die elektronische Patientenakte gehört. Spahn will hier zu Ergebnissen kommen. „Ich will nicht, dass meine Kollegen auf den G7-Treffen dieselben Witze über die elektronischen Patientenakte machen wie über den Bau des Berliner Flughafens“, so der Minister.

Altenpfleger zu einem attraktiven Beruf machen

Beim Fachkräftemangel setzt Spahn weiter darauf, aus der Pflege ausgestiegene oder teilzeitarbeitende Menschen zurückzuholen. Auch Menschen im Ausland anzuwerben, sei weiter ein Thema. „Wir haben versprochen, 13.000 neue Stellen durch die Kassen zu refinanzieren“, sagte der Bundesgesundheitsminister. Nun müssen sie auch besetzt werden. Doch auch die Unternehmen hätten Pflichten. So sollten sie etwa für verlässliche Dienstpläne und für eine gute Arbeitsathmosphäre sorgen. Man müsse vor Ort die Wahrnehmung schaffen, dass wirklich etwas umgesetzt werde. Junge Menschen sollten bald wieder mit gutem Gewissen Altenpfleger werden wollen, weil der Beruf gute Zukunftsaussichten böte, sagte Spahn.

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2019 läuft vom 21. bis 23. Mai mit mehr als 8000 Entscheidern aus Gesundheitswirtschaft und Politik im CityCube Berlin. Unter dem Motto „Gesundheitspolitik, Gesundheitsversorgung, Gesundheitsberufe in Zeiten des digitalen Wandels“ blickt der Kongress in die Zukunft des Gesundheitswesens. dh         

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