Führung

Mitarbeiter in unbekannte Welten mitnehmen

Die Sozialwirtschaft steckt mitten in der digitalen Transformation. Doch niemand wisse, was am Ende stehe, sagte Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability an der Uni Ludwigshafen.

Professorin Rump © Wohlfahrt Intern

FRANKFURT – Wenn niemand wisse, wohin die Reise gehe, sei es schwer, die Menschen mitzunehmen. „Dabei sitzen Sie bei der Caritas auf einem echten Diamanten, der Mitarbeiter motiviert, die Veränderungen anzugehen“, sagte die Expertin. Werte würden die nötige Orientierung bieten und der Caritas ihre Identität geben. „Sie bleiben, während sich alles andere in Bewegung setzt“, so Rump weiter. Das sei ein Vorteil der Branche etwa gegenüber der Autoindustrie. Früher sei es dort ein Wert an sich gewesen, bei VW zu arbeiten. Dieselgate hätte diesen Wert aber erheblich beschädigt.

Beweglicher und flexibler werden

Digitalisierung brauche in Organisationen wie der Caritas deshalb keinen Werte-, sondern einen Kulturwandel. Einrichtungen müssten beweglicher, die Arbeitsweise flexibler werden. Führungskräfte und Mitarbeitende müssten mit mehr Komplexität, Schnelligkeit und Vielschichtigkeit zurechtkommen, so die Expertin.

Viele Menschen seien privat sehr offen für die Digitalisierung. „Sie leben in Smart Homes oder nutzen Amazons Alexa. Sobald sie aber vor der Tür ihres Betriebes stehen, geben sie diese Offenheit ab“, sagte Rump. Vieles in Betrieben werde fremdbestimmt. Das fördere eine ablehnende Haltung.

Führung demokratischer machen

Besser sei, zu überlegen, wie Mitarbeiter Ideen einbringen könnten. Partizipation steigere die Akzeptanz von Veränderung, so die These der Expertin. Demokratisierung von Führung sei eine mögliche Lösung, um die Herausforderung Digitalisierung zu bewältigen. Entscheidend sei, Mitarbeiter entsprechend ihrer Stärken und Schwächen einzusetzen. Führung lasse sich heute nur mit Hilfe anderer Kollegen organisieren.

Wer sich verweigere, müsse auch Konsequenzen spüren, sagte die Expertin weiter. Damit sei nicht Kündigung gemeint, aber durchaus eine direkte Ansprache des betreffenden Mitarbeiters. Es gehe darum, die Menschen aus ihrer Komfortzone zu holen, denn nur so könne sich etwas ändern.

Gut 200 Gäste waren am Dienstag zum Impulstag Digitale Transformation nach Frankfurt gekommen, darunter Geschäftsführer und Vorstände von Sozialunternehmen der Caritas, Fachexperten sowie Vertreter der Dienstgeber- und Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas. Veranstalter war die Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbands. dh

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