Mitarbeiterbindung

Maßnahmen klarer kommunizieren

„Wir sind schon lange ein familienfreundliches Unternehmen“, sagt Carola Ahlert, Geschäftsführerin der Volkssolidarität Bürgerhilfe. Viele andere Träger seien dies bestimmt auch. Das müsse man klarer kommunizieren.

  • Verbände reden zu wenig über Maßnahmen.
  • Kleinere Maßnahmen oftmals besser und schneller für Mitarbeiterbindung.
  • Bonusprogramm sorgt nicht für weniger Fehltage.

„Wir haben 95 Prozent Frauen in unserem Unternehmen“, sagte Ahlert. Deshalb sei die Vereinbarkeit von Kind und Beruf schon lange wichtig. Es gebe viele Maßnahmen über die jedoch wenig geredet werde. Deshalb habe der Verband mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie anderen Unternehmen ein Projekt gestartet. Das Ergebnis ist eine Broschüre mit beispielgebenden Unternehmen.

So habe die Volkssolidarität Bürgerhilfe flexible Arbeitszeiten. „Es macht keinen Sinn, dass alle Touren in der ambulanten Pflege immer um sechs starten“, sagt Ahlert. Die Kunden könnten sich nun eine Zeit aussuchen, was auch Mitarbeiter entlaste.

Homeoffice für Verwaltungsmitarbeiter sowie Teilzeit seien auch möglich. Zusätzlich habe das Unternehmen eine Kommunikationszeit während der Arbeitszeit. „Die Mitarbeiter haben das Bedürfnis nach einer Tour sich mit anderen auszutauschen“, sagt die Geschäftsführerin. Dafür gebe das Unternehmen Zeit und Platz.

Träger bietet Darlehen für Mitarbeiter

Auch Darlehen für Mitarbeiter gewähre das Unternehmen, beispielsweise für die Mietkaution. Dafür bekäme der Träger viel Dankbarkeit. „Diese kleinen Maßnahmen sollte man nicht unterschäften, sie sind oftmals besser und schneller als Gehaltserhöhungen für die Mitarbeiterbindung“, sagt Ahlert.

Bonusprogramm führt nicht zu weniger Fehlstunden

Die Volkssolidarität Stadtverband Leipzig bietet Mitarbeitern Extrageld für Monate in denen sie keine Fehlzeiten hatten. Der Bonus kommt in Form einer eigenen Kreditkarte, ist für die Mitarbeiter komplett kostenfrei und in einer Betriebsvereinbarung festgehalten. Den Bonus gebe es nicht mehr, wenn der Mitarbeiter fehle, auch bei Erkrankung oder der Erkrankung des Kindes. „Uns ist bewusst, dass das Diskussionspotenzial bietet, aber man kann es nicht allen recht machen“, sagt Kerstin Kauerauf, Referentin für Personal und Verwaltung des Verbands. Pro Monat ohne Fehltag gebe es 35 Euro für Mitarbeiter und 15 Euro für Auszubildende. Das Bonusprogramm habe bisher nicht zu einer Reduzierung der Fehltage geführt, sei aber eine Steuerersparnis für beide Seiten und führe zu Wertschätzung und Motivationssteigerung der Mitarbeiter.  

Die Konferenz der Volkssolidarität fand in Berlin mit knapp 50 Teilnehmern statt. Sie stand unter dem Motto: „Herausforderungen für die Sozialwirtschaft: Klimaschutz, Fachkräfte und Wohnraum“. rv
 

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