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Qualität
Aktualisiert am 27.05.2019 - 14:21

Leistungsträger müssen in neue Rolle wachsen

Landesrat Lewandrowski (links) © Wohlfahrt Intern

Die Leistungsträger seien nach dem Bundesteilhabegesetz stärker gefordert, sagt Dirk Lewandrowski, Landesrat im Landschaftsverband Rheinland. Das wirke auch auf die Kosten.

  • Leistungsträger haben eine stärkere Steuerungsrolle und Aufsichtsfunktion.

  • Sie sind durch das Gesetz gestärkt und mehr Anwalt für Menschen mit Behinderung.

  • Leistungsträger sollen fachliche Stärken im Wettbewerb ausbilden.

Nicht ohne Mehrkosten machbar

„Wir betonen momentan zu sehr die fachlichen Fragen“, sagte Dirk Lewandrowski. Die Landesrahmenverträge seien der Schlüssel, um hier Fortschritte zu erreichen. Da gebe es bereits regelmäßige Treffen. „Wir wussten alle, dass das BTHG nicht ohne Mehrkosten machbar ist“, sagte der Landesrat weiter. Dies sei zwar im Gesetz so vorgesehen, aber nicht umsetzbar.
Träger würden beispielsweise durch die Trennung der Leistungen kein Geld einsparen. Sie bräuchten stattdessen mehr eigenes Personal für die Hilfe- und Bedarfsplanung. Diese Leistungen bedingen Mehrkosten, sagte Lewandrowski.

Der Landschaftsverband habe auch eine stärkere Steuerungsrolle. „Das fängt an bei der Bedarfserhebung, die wir übernehmen und geht bis hin zur Leistungsüberprüfung“, sagte Lewandrowski. Gleichzeitig wolle der Landschaftsverband nicht nur eine Prüfbehörde sein. „Die Prüfung der Qualität ist kein Selbstzweck, die Qualität soll sich verbessern“, sagte der Landrat.

Stärken des Unternehmens betonen

„Das Bundesteilhabegesetz gibt uns die Chance, attraktiver zu werden“, sagte Peter Leuwer, Vorsitzender des CBP-Fachausschusses Unternehmensfragen. Die Mitglieder des Verbands müssten nun entscheiden, was ihre Stärken sind und was sie von Wettbewerbern unterscheidet. „Der Anspruch des Gesetzes ist es, die Teilhabechancen zu verbessern“, sagte Leuwer.

Ob die Änderungen wirklich zu Verbesserungen führen, würde dagegen zu wenig diskutiert. Stattdessen verwende man sehr viel Zeit und Aufwand auf die Umsetzung von Details. So sei er überzeugt, dass sich am Jahreswechsel 2020 überhaupt nichts ändere. Zwar seien Detailfragen wie die Regelbedarfsstufen oder Übergangsregelungen wichtig, würden aber von den unternehmerischen Herausforderungen ablenken. rv

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