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Deutscher Fürsorgetag
Aktualisiert am 17.05.2018 - 17:00

Giffey kündigt Ausbildungsoffensive für Erzieher an

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will mehr Erzieher ausbilden. Dazu sollen auch Umschulungen dienen. Ein entsprechendes Programm kündigte Giffey für das nächste Jahr an.

STUTTGART – Weiter müsste der Gesetzgeber Regeln schaffen, die ähnlich wie das Pflegeberufegesetz in der Altenhilfe auch das Schulgeld für Erzieher abschafft und eine Ausbildungsvergütung sichert, sagte die Bundesministerin vor Experten auf dem diesjährigen Deutschen Fürsorgetag.

Viel Geld für frühkindliche Bildung

Das vereinbarte Ziel der Vollbeschäftigung erreiche die Koalition nur, wenn sich Familie und Beruf vereinbaren ließen. „Dafür braucht es mehr Fachkräfte in der Betreuung“, sagte Giffey. Auch mehr Ganztagskitas seien nötig. Gerade Frauen gelte es hier mehr Freiraum zu ermöglichen. Denn 80 Prozent der 5,7 Millionen Menschen, die in sozialen Berufen arbeiteten, seien weiblich.

Ein großer Schritt in die richtige Richtung sei das Gute-Kita-Gesetz, mit dem der Bund 3,5 Milliarden Euro in die frühkindliche Bildung investiere. Das Gesetz ermögliche mehr Qualität, niedrigere Gebühren, längere Öffnungszeiten sowie bessere Betreuungsschlüssel.

Sozialen Aufstieg leichter machen

Auch mehr Ganztagsschulen solle es geben, damit mehr Kinder aus benachteiligten Familien einen sozialen Aufstieg schaffen könnten. „Herkunft bestimmt immer noch über den künftigen Lebensweg“, sagte Giffey. Das könne man sich mit Blick auf den Fachkräftemangel nicht leisten. Wichtig sei, das Engagement des Bundes auch in der nächsten Legislatur fortzusetzen. „Der Bund soll sich dauerhaft in frühkindlicher Bildung engagieren“, forderte die Ministerin.

Ganztagskitas und –schulen sowie ein höherer Kinderzuschlag, der ab einem bestimmten Einkommen nicht plötzlich wegfalle, seien wirkungsvolle Maßnahmen gegen Kinderarmut. Auch der Unterhaltsvorschuss werde von Alleinerziehenden gut angenommen, was die hohe Zahl der Anträge zeige. Zwar bedeute das einen höheren Verwaltungssaufwand. „Aber wir müssen damit rechnen, dass Leistungen auch in Anspruch genommen werden“, sagte Giffey. Dafür müssten in den Kommunen die Voraussetzungen geschaffen werden.

Zivilgesellschaftliches Engagement stärken

Weiter sprach sich die Familienministerin für mehr Hauptamtliche aus, die in Behörden die ehrenamtliche Arbeit koordinierten und organisierten. „Wir wollen uns mehr um die kümmern, die sich kümmern“, sagte Giffey.
 
Ohne Ehrenamt wäre der gesellschaftliche Zusammenhalt schwächer. Am Beispiel der Debatte um wachsenden Antisemitismus machte die Ministerin den Wert zivilgesellschaftlichen Engagements deutlich. Sie habe daher im aktuellen Haushalt durchgesetzt, das Programm ,Demokratie leben! ‘ nicht zu kürzen und über 2019 hinaus fortzuführen. dh

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