Symposium SVR Gesundheit

G-BA soll weniger entscheiden

Regionale Selbstverwaltungen aus Kassen, Ärzten und Kliniken sollen die Trennung von ambulant und stationär überwinden helfen. Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) soll weniger entscheiden. Das forderte Ulrich Orlowski, Leiter der Abteilung Gesundheitsversorgung und Krankenversicherung im Bundesgesundheitsministerium, auf dem Symposium des Sachverständigenrates Gesundheit.

Ulrich Orlowski, Abteilungsleiter Gesundheitsversorgung und Krankenversicherung im Bundesgesundheitsministerium © Wohlfahrt Intern

BERLIN – Orlowski verwies vor rund 450 Experten aus der Branche auf wichtige Impulse des Sachverständigenrates Gesundheit, die die Bundesregierung aufnehmen wolle. Erst kürzlich habe eine Arbeitsgruppe aus Bund und Ländern begonnen, bis 2020 Vorschläge zur besseren Zusammenarbeit und Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung im Gesundheitswesen zu erarbeiten, so Orlowski.

Fachkräftemangel sorgt für Druck

„Das hohe Versorgungsniveau von heute steht unter demografischen Druck“, sagte der Abteilungsleiter im BMG. Krankenhäuser müssten daher mehr ambulant versorgen. Dieses Potential müsse ausgeschöpft werden, da pflegerische und ärztliche Ressourcen künftig immer knapper und die Zahl der Hilfebedürftigen immer größer würden.

Die Partner im gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hätten ein zu großes Interesse am Erhalt des Status quo. „Wir brauchen hier eine Entbürokratisierung, damit die Selbstverwaltung nicht mehr so viel entscheiden muss“, sagte Orlowski. Als Lösung böte sich eine Selbstverwaltung auf regionaler Ebene an, wie es sie bereits bei der ambulant spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) gäbe. Ärzte und Krankenhäuser, die an der ASV teilnehmen wollen, müssen dies bei einem erweiterten Landesausschuss beantragen. Das Gremium ist besetzt mit Vertretern der regionalen Kassenärztlichen Vereinigung, der Krankenkassen und der Landeskrankenhausgesellschaft.

Politik allein überfordert

Der Ausschuss könne beispielsweise Leistungen definieren, die zwischen ambulanten und stationären Bereich lägen und klären, was wohin gehöre, schlug der Abteilungsleiter vor. Denn die Politik könne man nicht alles entscheiden lassen, erklärte er. „Die rechtlichen Voraussetzungen für sektorenübergreifende Versorgung liegen bereits seit langem vor. Die Selbstverwaltung aus Kassen, Ärzten und Krankenhäusern muss die Regeln nur umsetzen“, sagte Orlowski.

Jens Baas Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK) forderte neue Vergütungsregeln. „Wir sollten ambulant und stationär in der sektorenübergreifenden Versorgung in gleicher Höhe bezahlen“, erklärte er. Der stationäre Bereich sei bisher im Vorteil. Diesen Fehlanreiz gelte es zu beseitigen. In Thüringen liefen bereits einige Modellversuche zu sogenannten Hybrid-DRG, die zeigen, wie eine gemeinsame Vergütung zwischen ambulanten und stationären Bereich aussehen könnte, so der TK-Chef. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, forderte, ambulante OPs in Krankenhäusern zu konzentrieren. Sonst würden Doppelstrukturen entstehen. dh

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht von der Veranstaltung in der nächsten Wohlfahrt Intern.

zurück | drucken

Frage des Monats

Der Bundesfinanzhof hat der globalisierungskritischen Organisation Attac die Gemeinnützigkeit aberkannt. Finden Sie das richtig?

Ja

Nein

keine Meinung


Zum Umfrage-Ergebnis

Die aktuelle Ausgabe

Titelthema: Interne Kommunikation

Welche Instrumente den Austausch mit Beschäftigten erleichtern

weiter

Leider falsch - wir korrigieren

Alle Menschen machen Fehler – bei Journalisten sind sie leider gleich gedruckt. Manchmal rutscht uns eine missglückte Formulierung durch, manchmal eine falsche Zahl. Das tut uns leid. Hier finden Sie die Korrekturen.

Probleme auf der Webseite?

Falsche Darstellung, fehlerhafter Link, fehlende Funktion? Bitte melden Sie Probleme mit der Webseite unserem Administrator. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe! Fehler melden

 

Lesen Sie Wohlfahrt Intern jetzt auch als E-Paper

E-Paper hier öffnen