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Praxis
Aktualisiert am 10.05.2019 - 10:34

Für Betroffene hat sich nichts geändert

Geschäftsführerin Strack © Wohlfahrt Intern

Das Bundesteilhabegesetz mache keinen Unterschied, sagt Petra Strack, Geschäftsführerin von ‚Deine Assistenzwelt’. Jeder Wille zur Veränderung treffe auf ein Totschlagargument.

•    Persönliche Assistenz scheitert oft am Mehrkostenvorbehalt

•    Kostenträger sind schlecht über neue Möglichkeiten informiert

•    Ziele in der Bedarfsplanung gehen an der Wirklichkeit vorbei

Besonders bei der persönlichen Assistenz sei der Mehrkostenvorbehalt ein Totschlagsargument. „Stationär ist billiger, das ist bei Verhandlungen mit den Kostenträgern immer noch ein Problem“, sagte die Geschäftsführerin. Außerdem würden bundeseinheitliche Regelungen fehlen, zudem seien Kostenträger oftmals nicht genügend informiert. „Bei örtlichen Sozialhilfeträgern kommt es oft vor, dass sie nicht wissen, was persönliche Assistenz ist“, sagte Strack. Fortbildungen seien nötig, um das Thema bekannter zu machen.

Bestimmungen gehen an Hilfebedürftigen vorbei

„Das ganze Bundesteilhabegesetz ist Murks“, sagte Ilia Seifert, Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbands in Deutschland. Die gutgemeinten Bestimmungen seien Schall und Rauch, da sie nicht zu Mehrkosten führen dürften. Außerdem sei es absurd, dass Leistungsberechtigte mit einem Amt im Bedarfsplan Ziele vereinbaren müssten. „Ich will einfach Leben, das reicht aber nicht als Ziel“, sagte der Vorsitzende der Behindertenselbstvertretung. Die in den Bedarfsplänen enthaltenen Ziele seien überhaupt nicht relevant, würden aber viele Ressourcen verschwenden.

Viel Geld verschwendet

„Es wurde von der Regierung eine Menge Geld verschwendet, damit so getan werden kann, als wären wir einbezogen worden“, kritisiert Seifert weiter. Viele Wünsche der Betroffenen hätte die Regierung nicht beachtet. „Es wird immer neue Handlungsbedarfe geben“, sagt Angelika Glöckner von der SPD-Bundestagsfraktion dazu. Um diesen zu begegnen, sei ein Evaluationsprozess in das Bundesteilhabegesetz eingebaut worden. 

Das erste Forum zur Zukunft der sozialen Arbeit von contec fand mit knapp 100 Teilnehmenden in Berlin statt. Das Zukunftsforum stand unter dem Motto: „Gesellschaft im Wandel – Soziale Arbeit zwischen Wertediffusion und Menschenwürde“. rv

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