Innovationen

Forschung und Praxis besser vernetzen

Digitale Innovationen kommen nicht automatisch in die Pflegepraxis, sagt Sibylle Quenett, Referatsleiterin im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Praxis und Wissenschaft müssten zusammenarbeiten und sich austauschen.

Referatsleiterin Quenett © Wohlfahrt Intern

  • Praxis und Wissenschaft müssen bei der Entwicklung digitaler Innovationen in der Pflege enger zusammenarbeiten.
  • Technik darf den Kontakt zwischen Pflegenden und Pflegebedürftigen nicht einschränken.
  • Pflegende müssen am Einsatz digitaler Technik mehr beteiligt werden.  

„Um den digitalen Transformationsprozess aktiv zu gestalten, müssen alle anpacken“, sagte Sibylle Quenett auf der Konferenz ,Zukunft der Pflege‘ in Berlin. Die Leiterin des Referats Mensch-Technik-Interaktion im Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstrich die Rolle der vier Pflegepraxiszentren in Berlin, Hannover, Freiburg und Nürnberg, die das Ministerium fördert. In den Zentren sollen Expertinnen und Experten aus der Pflegepraxis und Wissenschaft daran arbeiten, innovative Technik in den Pflegealltag zu integrieren und zu erproben.

Technik ethisch reflektieren

„Die Sicherstellung der Pflege in Deutschland ist eine der größten Herausforderungen, vor der wir stehen“, sagte Quenett weiter. Der Einsatz innovativer Technik im sensiblen Feld der Pflege müsse trotzdem immer ethisch, sozial und rechtlich reflektiert werden. Quenett dazu: „Die Frage muss immer sein: Schafft die Technik einen Mehrwert für die Pflegebedürftigen? Schränkt die Technik den wichtigen Kontakt zwischen Pflegenden und Pflegebedürftigen ein?“

Pflegende mehr einbeziehen

Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), kritisierte den Ausschluss von Pflegenden bei der Entwicklung digitaler Hilfsmittel für die Pflege. „Pflegenden wird zu wenig zugetraut“, sagte Bienstein. Dabei seien sie die Expertinnen und Experten und wüssten am besten, was Patientinnen und Patienten brauchen. Deshalb müssten Pflegende in die Entwicklung neuer Technologien einbezogen werden.

Digitalisierung in der Ausbildung verankern

Die DBfK-Präsidentin merkte auch an, dass Pflegende Veränderungen in ihrem Arbeitsumfeld eher skeptisch gegenüberstünden und die Pflege bei der Digitalisierung deshalb Aufholbedarf habe. „Wir brauchen Zeit, um uns mit der Digitalisierung anzufreunden und auszukennen“, sagte Bienstein. Es sei deshalb richtig, dass das Thema Digitalisierung im Rahmenlehrplan der neuen generalistischen Pflegeausbildung mehr Platz einnehme.

Auf der Konferenz ,Zukunft der Pflege‘ im Evangelischen Johannesstift Berlin kamen an zwei Tagen 300 Akteurinnen und Akteure aus Pflegepraxis, Technik und Wissenschaft zusammen. Im Fokus standen die Potenziale der Digitalisierung für die Pflege. Expertinnen und Experten stellten Forschungsprojekte und Lösungen zur Mensch-Technik-Interaktion vor. sd

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