Lösungen

Digitale Multiplikatoren in Unternehmen suchen

Es gibt bereits viele digitalaffine Mitarbeiter. Sie zu identifizieren und weiterzubilden, sei eine Möglichkeit, Digitalisierung voranzutreiben, lautete ein Ergebnis des Impulstages Digitale Transformation bei der Caritas.

Innovationsmanagerin Möller, Fachverbandschefin Röper (v.l.) © Wohlfahrt Intern

FRANKFURT – Seit vier Jahren verfolge Agaplesion eine Digitalisierungsstrategie, die man kommunikativ in die Einrichtungen trage, um dort die Mitarbeiter zu überzeugen, den Weg mitzugehen, sagte Claudia Möller, Leiterin des Innovationsmanagements beim diakonischen Komplexträger. Agaplesion sucht Mitarbeiter, die sehr offen für das Thema sind und qualifiziert diese zu Multiplikatoren weiter. „Diese Vorreiter vermitteln dann von Mensch zu Mensch neue technische oder digitale Lösungen“, sagte Möller. Das steigere die Akzeptanz von neuen Ansätzen und Veränderungen in der Belegschaft.

Für neue Ideen mit Externen kooperieren

Agaplesion sei schon recht weit, was die Digitalisierung von Prozessen oder die Erfassung von Daten in Form einer digitalen Visite oder einer elektronischen Akte angehe, so Möller weiter. Für neue Geschäftsmodelle, etwa Apps im Digital Health-Segment setze der Konzern auf externe ITler oder kooperiere mit Start-ups. Weiter testet der Träger Apps zur Kommunikation mit Angehörigen von Pflegebedürftigen. „Da werden beispielsweise Arzttermine für die kommende Woche abgestimmt oder neue Socken angefordert, wenn nötig“, erläuterte Möller. Das seien unbedenkliche Anwendungen.

Schwieriger wird es dagegen, wenn Angehörige Bilder von Pflegebedürftigen anfordern. „Da kommen dann schnell ethische Fragen auf: Darf die Pflegekraft auch unschönere Bilder von bettlägerigen Patienten senden? Was ist mit der Würde oder dem Willen des Patienten?“, sagte Möller. An den Antworten arbeite derzeit eine Ethikkommission im Konzern.

Kompetenzen und Tools fehlen noch

„Viele Mitarbeiter sind offen für die Digitalisierung“, sagte Cornelia Röper, Geschäftsführerin des Verbands für Digitalisierung in der Sozialwirtschaft. Die Haltung sei nicht das Problem. Was noch fehle, seien Kompetenzen in der Belegschaft und funktionierende Werkzeuge. Die Menschen lebten privat bereits in der Online-Welt, nur die Unternehmen noch nicht.

Die Plattformökonomie biete viele Chancen. „Das Modell bringt Angebot und Nachfrage auf eine neue Art und Weise zusammen“, so Röper weiter. Im Sozialbereich ist ein Beispiel die neue Dienstleistungsplattform ‚Mitunsleben‛ von 16 diakonischen Trägern, die im Frühjahr 2019 an den Start gehen soll. Die Plattform bringe Information über Pflege und deren Finanzierung sowie Leistungserbringer mit Pflegebedürftigen und deren Angehörigen zusammen.  

Gut 200 Gäste waren am Dienstag zum Impulstag Digitale Transformation nach Frankfurt gekommen, darunter Geschäftsführer und Vorstände von Sozialunternehmen der Caritas, Fachexperten sowie Vertreter der Dienstgeber- und Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas. Veranstalter war die Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbands. dh

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