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Aktualisiert am 27.05.2019 - 14:17

Die Sorgfalt kommt zu kurz

CBP Vorstand Gaul-Canjé (rechts) © Wohlfahrt Intern

‚Gleiches Recht für alle‛ klinge gut, sagt Wilfried Gaul-Canjé, CBP Vorstand. Nur fehle noch zu viel, um die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen.

•    UN-Behindertenrechtskonvention ist noch nicht vollständig umgesetzt.

•    Der Mehrkostenvorbehalt verhindert ein buntes Leistungsspektrum.

•    Neue Wohnprojekte für Menschen mit Behinderungen sollten aktiver bei der ansässigen Bevölkerung beworben werden.

Die Umsetzung ist anstrengend

Auch zehn Jahre nach der UN-Behindertenrechtskonvention sei die Umsetzung noch nicht abgeschlossen, sagte Wilfried Gaul-Canjé. Die Anforderungen und Ziele der Konvention seien sehr hoch gesteckt. „Der Mehrkostenvorbehalt ist in vielen Verwaltungen immer noch Realität“, so der CBP-Vorstand weiter. Die Scheu vor höheren Kosten, hindere Einrichtungen daran bunte Lebenswelten bereitzustellen. Und das wiederum hindere die Menschen daran, aus einer Vielzahl von Leistungen wählen zu können.

Akzeptanz in der Bevölkerung fehlt  

„Das Problem Wohnen für Menschen mit Behinderungen wird von der Gesellschaft nicht wahrgenommen“, sagte Matthias Günther, Vorstand des Pestel Institut, einem Forschungsinstitut und Dienstleister für Kommunen, Unternehmen und Verbände. In Wohngebieten gebe es immer wieder Widerstände gegen Wohnprojekte für Menschen mit Behinderung. Auch wenn man die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention vollständig erreichen wollen würde, wäre das in absehbarer Zeit überhaupt nicht möglich, so der Institutsvorstand weiter.

„Wenn der Inklusionsgedanke beim Wohnen umgesetzt werden soll, bedarf es einer gesonderter Finanzierung“, forderte Günther. Außerdem bräuchte es eine Öffentlichkeitskampagne, um die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu verändern. Er empfahl Trägern der Behindertenhilfe, sich dafür wohnungswirtschaftliche Partner zu suchen. rv

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