Krankenhausplanung

Bund soll mehr Mitspracherechte bekommen

Der Bund soll mehr Kompetenzen bei der Krankenhausplanung bekommen. Das stellte Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, auf dem DRG-Forum 2019 in Aussicht.

Vorsitzender des Gesundheitssausschusses Rüddel © Wohlfahrt Intern

BERLIN – „Seit langem kommen die Länder ihren Pflichten bei der Krankenhausfinanzierung nicht nach“, sagte Rüddel. Weil die Investitionskosten nicht ausreichten, hätten die Krankenhäuser an der Pflege gespart. Sollten Gespräche zwischen Krankenhäusern und Ländern weiter ohne Ergebnis bleiben, kann sich Rüddel ein finanzielles Engagement des Bundes vorstellen. „Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Länder Planungskompetenz an den Bund abtreten“, stellte Rüddel klar.

Örtliche Politik soll weniger blockieren

Ohne die Krankenhäuser werde die ambulante Versorgung im ländlichen Raum in zehn Jahren nicht aufrecht zu erhalten sein, sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses weiter. Im ländlichen Bereich würden sich die Krankenhäuser zu Zentren entwickeln, die Versorgung steuerten.

Eine Neuordnung der Krankenhauslandschaft nach dem Vorbild Dänemarks sei keine Option für Deutschland, sagte von Stackelberg. In den Krankenhäusern seien die Verweildauern zu kurz und in den angeschlossenen Versorgungszentren fehle es an pflegerischem und ärztlichem Personal. „Wenn Häuser geschlossen werden müssen, trifft es nicht immer die richtigen“, sagte von Stackelberg. Der Strukturfonds könnte helfen, diejenigen auszuwählen und zu unterstützen, die es im Sinne der Versorgungssicherheit zu erhalten gelte. Doch zu oft würde die Politik eingreifen und mit viel Geld Standorte erhalten.   

Die Schützengräben verlassen

„Wir werden weniger Krankenhäuser haben, weil ein Strukturwandel nötig ist“, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. Es brauche aber eine aktivere Steuerung. Man sitze derzeit noch sehr tief in den Schützengräben, wenn es um Veränderungen gehe. Er forderte bei der Krankenhausplanung mehr Dialog zwischen Ländern und Bund.

Die Präsidentin des Bundesverbandes der deutschen Privatkliniken (BDPK), Katharina Nebel, schlug vor, den Rehakliniken mehr Aufgaben in der Gesundheitsversorgung zu überlassen. „Die Aufgaben der Reha haben sich in den vergangenen Jahre sehr verändert“, sagte Nebel. Schon heute versorgten die Einrichtungen die sogenannten blutig Entlassenen, also Menschen, die schon sehr kurz nach einer Operation aus dem Krankenhaus kommen. Die Voraussetzung dafür sei jedoch ein übersichtlicheres Vergütungssystem für die Reha. Die Einrichtungen müssten noch mit zu vielen verschiedenen Partnern verhandeln.

Mehr als 1.500 Teilnehmer und 150 Referenten waren zum 18. Nationalen DRG-Forum nach Berlin gekommen. Das Forum gilt als eines der wichtigsten Diskussionsplattformen für Krankenhausmanager und Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft. dh

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