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Corona-Impfung
Aktualisiert am 12.01.2021 - 14:10

„Auch Pflegekräfte haben ein Bedürfnis nach Aufklärung“

Geschäftsleiterin Schneider © Caritas München

Doris Schneider, Geschäftsleiterin Altenheime der Caritas München und Freising, kritisiert die Diskussion um die fehlende Impfbereitschaft des Pflegepersonals. Auch Pflegekräfte hätten Ängste und das Bedürfnis nach Information.

  • Doris Schneider, Geschäftsleiterin Altenheime der Caritas in München und Freising, fordert eine bessere Aufklärung über den Corona-Impfstoff für Pflegekräfte.
  • Erleichterungen für geimpftes Pflegepersonal könne die Motivation zur Impfung erhöhen.
  • Für Heime mit geimpften Bewohnern will Schneider Lockerungen bei Quarantäne und Besuchen.

„Wir brauchen Akzeptanz und Perspektiven für unsere Arbeit in den Alten- und Pflegeheimen“, sagt Doris Schneider. Die öffentliche Diskussion um die fehlende Impfbereitschaft der Pflegekräfte sei zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz. Die Beschäftigten leisteten seit zehn Monaten schier Unmögliches, um Pflegebedürftigen ein würdevolles Leben zu ermöglichen und die Impfungen in den Heimen zu organisieren.

Pflegepersonal Zeit für die Entscheidung lassen

Auch Beschäftigte in Pflegeheimen hätten Ängste hinsichtlich des neuen Impfstoffs und das Bedürfnis nach Information. „Sie müssen immer nur funktionieren, respektieren wir es doch, wenn der eine oder die andere etwas Zeit für eine gute Entscheidung braucht“, so die Caritas-Chefin. Erleichterungen für geimpftes Personal könne dagegen die Motivation zum Impfen erhöhen. Denkbar wäre, dass geimpfte Pflegekräfte keine FFP2-Masken mehr tragen und sich nicht mehr oder nicht mehr so häufig testen lassen müssten.

Besuchsregeln für Geimpfte lockern

Das Gesundheitsministerium müsse dringend eine Perspektive für die Einrichtungen schaffen, in denen bereits geimpft wurde, fordert die Geschäftsleiterin. Sonst müssten beispielsweise bereits geimpfte Bewohnerinnen und Bewohner mit einem Schnupfen weiterhin in Quarantäne. Auch Kontakte und Besuche würden weiterhin eingeschränkt. Die neuen Regelungen müssen spätestens in zwei Wochen vorliegen, wenn mit der zweiten Impfung eine Immunisierung vorliegt. Dabei müsse man die mögliche Übertragung von Infektionen durch geimpfte Personen bewerten.

Nachholbedarf bei der Aufklärung

Schneider bemängelt zudem die Aufklärung über den Corona-Impfstoff. Da herrsche Nachholbedarf, so die Geschäftsleiterin. Zu begrüßen sei jedoch die Initiative des Bundesamts für Integration, auf ihrer Homepage Informationen zum Impfen in verschiedenen Sprachen bereitzustellen.

Der Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising betreibt mehr als 350 Einrichtungen für alte Menschen, Menschen mit Behinderung, Kinder, Jugendliche, Familien und Menschen mit psychischen Erkrankungen und Suchtproblemen. Für den Verband arbeiten knapp 9.580 Beschäftigte, 2.800 von Ihnen arbeiten im Geschäftsbereich Altenheime. br

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