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AWO Bundesverband
Aktualisiert am 04.05.2016 - 09:11

Schulen sind nicht bereit für Inklusion

AWO Bundesvorsitzender Wolfgang Stadler. © AWO Bundesverband

Die Ergebnisse des AWO-Sozialbarometers zeigen, dass Schulen nicht auf inklusives Lernen vorbereitet sind. Die Befunde setzten zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai ein deutliches Zeichen, so der AWO Bundesverband.

BERLIN - Eine Mehrheit der Teilnehmenden an der Umfrage zum AWO-Sozialbaromter glaube nicht, dass die Schulen darauf vorbereitet sind, Kindern und Jugendlichen mit und ohne Lernbehinderung ein gemeinsames Lernen zu ermöglichen. Daher sei die Politik gefordert, „Schulen noch viel mehr zu unterstützen. Gefragt sind vor allem ausgebildete Fachkräften und ein inklusiv ausgerichtetes Rahmenkonzept“, meint der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler.

Professionalisierung ist nötig

So müsse sich die Bundespolitik der von ihr unterzeichneten Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) stärker verpflichtet fühlen und deutliche Signale setzen. „Man kann Regelschulen nicht per Beschluss zu inklusiven Schulen machen“, kritisiert Stadler die häufig zu geringe Unterstützung. Besonders groß sei die Skepsis bei den Befragten zwischen 35 und 49 Jahren, also der potentiellen Eltern von Schulkindern. Hier seien sogar 89 Prozent aller Befragten der Meinung, dass die Regelschulen nicht gut genug auf die pädagogische Herausforderung von inklusivem Lernen vorbereitet seien. Außerdem werde aus den Ergebnissen deutlich, dass die Unterstützung der Lehrkräfte durch zusätzliches Personal mit entsprechenden Fachkenntnissen und die Forderung nach kleineren Klassen als geeignetes Mittel eingeschätzt werde, die Situation zu verbessern. „Regelschulen müssen zu einem inklusiven Bildungssystem mit einer multiprofessionellen Ausrichtung und entsprechender Qualifikation der dort arbeitenden Menschen weiterentwickelt werden“, fordert Stadler. jek

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