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AWO Bundesverband
Aktualisiert am 05.12.2019 - 15:18

Führung der AWO Frankfurt am Main soll Ämter ruhen lassen

Die Verantwortlichen der AWO Frankfurt Main sollen ihre Ämter zeitweilig niederlegen. Der AWO Bundesverband reagiert mit der Empfehlung auf die schwelenden Vorwürfe gegen den Kreisverband.

  • Der AWO Bundesverband hat den Geschäftsführer Jürgen Richter und den Vorstandsvorsitzenden Ansgar Dittmar aufgefordert zeitweilig auf ihre Ämter zu verzichten.

  • Der Kreisverband Frankfurt Main weist die Empfehlung zurück.

  • Das Frankfurter Sozialdezernat hat städtische Zuschüsse für die AWO vorerst eingefroren.    

„Herr Richter und Herr Dittmar sollen ihre Mandate bis zum Abschluss der Prüf- und Ermittlungsverfahren ruhen lassen“, sagt Wolfgang Stadler, Vorsitzender des AWO-Bundesverbandes. Der AWO Bundesverband hatte zuvor eine eigene Prüfung der Betrugsvorwürfe eingeleitet und Mittel für den Kreisverband eingefroren.

Kreisverband spricht von Vorverurteilung

Der Kreisverband wies die Forderung zurück, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. „Die Vorverurteilung ist die Mutter aller Lügen“, sagte Ende November der Vorsitzende Ansgar Dittmar in einer Stellungnahme. Die AWO in Frankfurt am Main wolle die Behörden bestmöglich unterstützen, heißt es weiter.

Auch die Sozialdezernentin der Stadt, Daniela Birkenfeld (CDU), reagierte. Sie friert eine Verwaltungskostenpauschale von 153.000 Euro pro Jahr ein. Die sperre gelte zunächst ab Januar für drei Monate. "Wir zweifeln aufgrund bekannt gewordener Gehaltsstrukturen und Dienstwagenrichtlinien daran, dass die städtischen Mittel den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit entsprechend verwendet werden", sagt eine Sprecherin des Sozialdezernats. Zudem verlange die Behörde einen Einblick in die Unterlagen der AWO.  

Verband soll überzogenes Gehalt gezahlt haben

Im Zuge der Affäre gerät auch der Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann (SPD) unter Druck: Dessen Frau soll als AWO-Kitaleiterin ein überzogenes Gehalt und einen teuren Dienstwagen bekommen haben, berichtet der evangelische Presedienst.

Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen die AWO Frankfurt Main wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue. Die Ermittlungen richten sich unter anderem gegen den Sicherheitsdienst sowie Sportangebote in zwei AWO-Flüchtlingsunterkünften. Die Stadt hatte laut Sozialdezernat dafür insgesamt 7,2 Millionen Euro gezahlt.

Der AWO-Bundesverband vertritt die Interessen des Gesamtverbandes im Bund und in Europa. Darüber hinaus vertritt er die Verbände bei Stiftungen, Hilfswerken und anderen Fachverbänden. jh

 

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