Heute ist Mittwoch , der 28.07.2021

Wohlfahrt Intern
www.wohlfahrtintern.de
Werkstattentgelte
Aktualisiert am 21.04.2021 - 14:57

„Die Bezahlung darf nicht mehr von der Auftragslage abhängen“

Uwe Hildebrandt © AWO Nordrhein-Westfalen

Das Entgeltsystem in Behinderten-Werkstätten muss reformiert werden. Der Handlungsbedarf sei dringend, warnt der AWO-Chef in Nordrhein-Westfalen Uwe Hildebrandt.

  • Das Entgeltsystem in Werkstätten für Menschen mit Behinderung zwingt Beschäftigte dazu Grundsicherung zu beantragen, schreibt der Verband.
  • Die Coronapandemie habe gezeigt, wie dringend eine Reform sei.
  • Der Schutzschirm  für Werkstättennliefere keine Unterstützung.

Die AWO in Nordrhein-Westfalenfordert ein sicheres Entgeltsystem für Menschen mit Behinderung in Werkstätten. „Die Bezahlung darf nicht mehr von der Auftragslage abhängen“, sagt Uwe Hildebrandt, Geschäftsführer der AWO in Nordrhein-Westfalen. Während der Pandemie seien die Aufträge rapide zurückgegangen. Verbunden mit Betreuungsverboten und Schließungen musste das Entgelt der Beschäftigten bereits im Jahr 2020 gekürzt werden.

Einkommen für ein unabhängiges Leben

Beschäftigte seien immer öfter auf Grundsicherung angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, schreibt der Verband in einer Mitteilung. Seit vielen Jahren schon forderten die Menschen mit Behinderung deshalb ein Einkommen, das sie finanziell unabhängig mache. Die Corona-Pandemie habe abermals aufgezeigt, wie dringend eine Überarbeitung des Bezahlsystems sei, heißt es weiter.

Aktuell arbeitet das Bundesarbeitsministerium an einer Studie zum Entgeltsystem in Werkstätten. Im Herbst 2022 wird der Abschlussbericht erwartet.

Die AWO in Nordrhein-Westfalen betreibt vier Werkstätten mit rund 3000 Menschen mit Behinderungen. mb

 

© Wohlfahrt Intern