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AWO KV Frankfurt/Main
Aktualisiert am 28.05.2020 - 14:57

Zwischenbericht zu Missständen zeigt neue Details

Die ersten Ergebnisse eines Prüfberichts zu den Missständen bei der AWO Frankfurt am Main fördern weitere Details ans Licht. Der Verband will reagieren.

  • Der Kreisverband der AWO Frankfurt am Main will Schadensersatz gegenüber der ehemaligen Geschäftsführung durchsetzen, nachdem weitere Details aus einem Zwischenbericht des AWO Bundesverbandes bekannt wurden.
  • Die in den Medien kursierenden Millionenzahlungen auf Honorarbasis an einen von der Geschäftsführung beschäftigten Anwalt habe es jedoch nicht gegeben, stellt der Verband klar.
  • Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ehemaligen Funktionäre wegen des Verdachts falscher Abrechnungen.

Der AWO Kreisverband Frankfurt am Main hat nach Bekanntwerden des Zwischenberichts des AWO Bundesverbandes weitere Konsequenzen in der Affäre um mutmaßlich falsche Abrechnungen und überzogene Gehälter angekündigt. „Dazu gehört neben der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung die Vorbereitung von weiteren juristischen Maßnahmen, die dazu dienen, die uns zustehenden Schadenersatzforderungen zu realisieren“, sagt ein Sprecher. Angaben zur Höhe der Vergütung eines ehemaligen Verantwortlichen seien in den Medien jedoch um einen fünfstelligen Betrag zu hoch angesetzt.

Bericht offenbare Fassungslosigkeit

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte zuvor in einem Artikel Bezug auf das nicht öffentliche Schriftstück genommen. Das 22-seitige Dokument sei in nüchternem Tonfall verfasst und berichte von der spürbaren Fassungslosigkeit der Autoren angesichts der von ihnen analysierten Zustände. Die Zeitung berichtete in diesem Zusammenhang über einen in der Geschäftsführung auf Honorarbasis beschäftigten Anwalt, der zwischen 2017 und 2019 fast 1,2 Millionen Euro kassiert haben soll.

Mutmaßlich falsche Abrechnungen in Flüchtlingsheimen

Derzeit prüft auch die Staatsanwaltschaft Vorwürfe gegen zwei ehemalige ehrenamtliche Funktionäre, von welchen sich die AWO mittlerweile getrennt hat. Sie sollen der Stadt Geld für Mitarbeiter zweier Flüchtlingsunterkünfte in Rechnung gestellt haben, die die gar nicht im Einsatz waren.

Die AWO Frankfurt am Main hat 1.100 Mitarbeitende und 56 Einrichtungen. Der Verband ist in der Kinderbetreuung, der Jugendarbeit, der Altenhilfe, der Sozialberatung und der beruflichen Fort- und Weiterbildung tätig. ols

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