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Leserbrief
Aktualisiert am 31.03.2021 - 14:04

„Wir wollen krank machende Einsamkeit verhindern“

Verbandsmitglied Lämmer © Eveline Lämmer

In einem Leserbrief kritisiert Eveline Lämmer den Beitrag ‚Junges Volk‘ aus der Märzausgabe. Der Artikel über ihren Verband sei erschreckend abwertend, meint das Mitglied der Volkssolidarität.

Als ein langjähriges Mitglied der Volkssolidarität und aufmerksame Leserin von Veröffentlichungen über den Verband bin ich über ihren Artikel ‚Junges Volk‘ gestolpert. Mit dem Titel assoziiere ich junge Leute, Jugendliche, Nachwuchs, Heranwachsende oder Jungvolk. Wenn Sie damit verdeutlichen wollen, dass der Verband zunehmend auch für junge Menschen interessant wird, dann haben sie ihr Ziel verfehlt. Der Titel ist außerordentlich schlecht gewählt!

Ich unterstütze in einer selbstverwalteten Begegnungsstätte für Jung und Alt regelmäßig Gruppen von Seniorinnen und Senioren, die Skat und Schach spielen oder malen. Die Treffen sind für sie wichtige Höhepunkte in der Woche. Für mich hat das viel mit einem modernen Sozialverband zu tun. Es ist unser sozialpolitisches Anliegen, Begegnungen, Austausch und Menschlichkeit zu fördern und krank machende Einsamkeit zu verhindern. Erschreckend abwertend haben sie in dem Beitrag darüber geschrieben.

Es ist begrüßenswert, dass unsere Reihen sich verjüngen. Es ist begrüßenswert, dass insbesondere Leitungsaufgaben von jüngeren Mitgliedern übernommen werden. Aber so viel mir bekannt ist, haben wir keine Führungsebene im Verband. Wir haben auch keine Führung, sondern demokratisch gewählte Gremien. Die hauptamtlich Beschäftigten arbeiten in Teams.

Die Volkssolidarität verfügt über eine breite Basis mit einer reichen Geschichte. Die 145.000 Mitglieder, von denen die meisten Rentnerinnen und Rentner mit DDR-Biografien sind, tragen den Verband bis heute und bilden das Fundament des Erfolgs. Es war und ist sozialpolitisch wichtig, dass die Volkssolidarität ein Ort für Rentnerinnen und Rentner ist, an dem sie, wenn sie es wollen, auch Halma spielen können.

Zu einem modernen Sozialverband gehört seine Geschichte, die hart errungenen Erfahrungen und deren Nutzung. Im Heute entwickelt er sich gestaltend weiter und bedenkt in seinen Entscheidungen Zukünftiges. Für frischen Wind, der immer nötig ist, sorgt aber nicht eine ‚neue Riege‘. Er entsteht nur im Miteinander von jungen und älteren Mitgliedern. Ich bin Mitglied in einem Verband der Generationen. Ihr Artikel spaltet sie. Mein Verband ist vielfältig, differenziert und regional unterschiedlich. Ein einheitlicher Auftritt ist für mich dann gegeben, wenn alle nach dem gleichen Leitbild und Werten handeln und leben.

Die Autorin:

Eveline Lämmer ist Mitglied der Volkssolidarität Ortsgruppe 15 Pankow in Berlin.
eveline(at)peter-laemmer.de

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