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Flüchtlingshilfe
Aktualisiert am 20.10.2020 - 15:25

„Wir sind nicht mehr erwünscht“

Vorstand Peter Schwack © Caritasverband Ahaus-Vreden

Die Caritas Ahaus-Vreden kritisiert die Neuausrichtung der Flüchtlingsberatung in Nordrhein-Westfalen. „Es kommt zu massiven Kürzungen“, sagt Vorstand Peter Schwack.

  • Die Caritas Ahaus-Vreden kritisiert die Neuausrichtung der Flüchtlingsberatung durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen.

  • Die Caritas muss künftig bis zu 30 Prozent der Gehaltszahlungen als Eigenanteil übernehmen.

  • Dies gefährde die Wettbewerbsfähig, so der Verband.

Neue Richtlinien in Nordrhein-Westfalen schwächen die Flüchtlingshilfe. Das kritisiert die Caritas Ahaus-Vreden. „Es entsteht der Eindruck, dass die anerkannten Träger der freien Wohlfahrtspflege mit den ihnen vor gegebenen Tarifstrukturen in diesem Arbeitsfeld nicht mehr erwünscht sind, obwohl sie sich jahrelang engagiert haben“, sagt Vorstand Peter Schwack.

Refinanzierung verschlechtert sich

Träger erhielten bislang für eine Vollzeitstelle in der Flüchtlingsberatung bis zu 71.000 Euro pro Jahr. Ab 2021 stellt das Land maximal 53.100 Euro zur Verfügung. Dadurch erhöht sich der Eigenanteil der Gehaltszahlungen um bis zu 30 Prozent. „Wenn die Fördersätze so bleiben, braucht sich ein tarifgebundener Träger der Freien Wohlfahrtspflege nicht mehr auf die Stellen zu bewerben“, so Schwack.

Hinzu kommen kurzfristigere Arbeitsverträge und weniger Stellen. Qualifiziertes und erfahrenes Personal werde sich auf diese Bedingungen nicht mehr einlassen, befürchtet Schwack.

Land richtet Förderung neu aus

Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration Nordrhein Westfalen regelt ab Januar 2021 das Förderprogramm Soziale Beratung von Geflüchteten neu. Das Ministerium schließt die Wohlfahrtsverbände künftig in Diskussionen über Förderrichtlinien aus.

Der Caritasverband Ahaus-Vreden beschäftigt rund 1.700 Mitarbeitende in der Alten-, Behinderten- und Familienhilfe. fb

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