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Corona-Prämie
Aktualisiert am 07.09.2020 - 15:44

„Wir müssen Unmut unter Krankenhausmitarbeitenden vermeiden“

Die Diakonie Deutschland und ihr Fachverband für Krankenhäuser begrüßen eine Corona-Prämie für Pflegekräfte in Kliniken. Etwas Entscheidendes vermissen die Verbände jedoch.

  • Die Deutsche Evangelische Krankenhausverband und die Diakonie Deutschland sehen Lücken bei der Corona-Prämie für Pflegekräfte in Krankenhäuser.

  • Der Prozess solle jedoch einfach und transparent gestaltet werden, um Unmut unter den Mitarbeitenden zu vermeiden.

  • Die Arbeitsbedingungen bräuchten jedoch insgesamt strukturelle Verbesserungen

Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) und die Diakonie Deutschland fordern eine Orientierungshilfe bei der Verteilung der Corona-Prämie in Krankenhäusern. Der Vorsitzende Christoph Radbruch vermisst in der bisherigen Regelung einfache und transparente Kriterien bei der Verteilung der Corona-Prämie. „Nur so beugen wir Enttäuschung bei den Beschäftigten vor, die keine Zahlung erhalten“, so Radbruch. Die Pflegekräfte in den Krankenhäusern müssten die Auswahl der anspruchsberechtigten Krankenhäuser nachvollziehen können.

Individuelle Leistung berücksichtigt

Darüber hinaus begrüße er die Entscheidung, die Auswahl der anspruchsberechtigten Mitarbeitenden den jeweiligen Krankenhäusern zu überlassen. So können individuelle Leistungen und Verhältnisse berücksichtigt werden.

Prämie nicht für alle Mitarbeitenden

Die Regelung sieht vor, dass nur Mitarbeitende, die in der Pflege am Bett tätig sind, eine Prämie erhalten. Das könne Ungerechtigkeiten in den Belegschaften, den Arbeitsbereichen und zwischen den verschiedenen Berufsgruppen führen, warnte Marie Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Jeder Mitarbeitende habe in der Krise Außerordentliches geleistet. Ergänzend fügt DEKV hinzu, dass die Pandemie nur in Zusammenarbeit aller Beschäftigten gemeistert werden konnte. Eine Prämie alleine reiche nicht aus, um für dringende strukturelle Verbesserungen, etwa bei den Arbeitsbedingungen zu sorgen. „Diese müssen angepackt werden“, fordert die Vorständin Sozialpolitik.

Die Diakonie Deutschland vereint Einrichtungen und Dienste der Wohlfahrt, besonders in der Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe und Hilfe für Menschen mit Behinderung. Rund 599.000 Mitarbeitende betreuen jährlich rund 10 Millionen Menschen. Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband vertritt die Interessen von über 200 evangelischen Kliniken an etwa 270 Standorten. Die evangelischen Krankenhäuser beschäftigen über 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jährlich mehr als 2,5 Millionen Patientinnen und Patienten stationär und mehr als 3 Millionen ambulant versorgen. fn

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