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Jugendhilfereform
Aktualisiert am 02.02.2021 - 15:56

„Wir haben uns deutlich mehr erhofft“

Vorständin Maria Loheide © Diakonie/Thomas Meyer

Die Diakonie Deutschland fordert Nachbesserungen bei der Reform der Kinder- und Jugendhilfe. In zwei Bereichen sei der Gesetzesvorschlag unzureichend, sagt die Vorständin für Sozialpolitik, Maria Loheide.

  • Die Diakonie Deutschland fordert eine Nachbesserung beim Kinder- und Jugendstärkungsgesetz.

  • Eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe muss schneller eingeführt werden, sagt die Vorständin für Sozialpolitik, Maria Loheide.

  • Die Beziehung von Kindern zu ihren leiblichen Eltern soll besser berücksichtigt werden.

Die Diakonie Deutschland fordert Nachbesserungen bei der Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Die Diakonie kritisiert den geplanten Zeithorizont für die Einführung einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe. „Für Kinder mit einer Behinderung haben wir uns deutlich mehr erhofft“, sagt Loheide. Der Gesetzesentwurf sieht zwar eine inklusive Lösung vor, aber erst in sieben Jahren sollen alle Kinder mit oder ohne Behinderung Leistungen nach dem Kinder- und Jugendhilferecht erhalten.

Beziehungen zu leiblichen Eltern sollen gestärkt werden

Die Reform soll für Kinder in Pflegefamilien mehr Kontinuität und Stabilität der Lebensverhältnisse bringen. Familiengerichte dürfen demnach anordnen, dass Kinder dauerhaft in Ihren Pflegefamilien bleiben. „Doch dabei muss die besondere Bedeutung der Beziehung von Kindern zu ihren leiblichen Eltern besser berücksichtigt werden“, fordert Loheide. Vorher durften Familiengerichte die Unterbringung in einer Pflegefamilie nur vorübergehend anordnen.

Am 29. Januar hatte sich der Bundestag in einer ersten Lesung mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz befasst, das die Grundlage für eine Reform der Kinder- und Jugendhilfe ist. Durch das Gesetz soll der Kinderschutz verbessert, Kindern in Not intensiver geholfen und ein Einstieg in Inklusion verankert werden.

Die Diakonie vereint Einrichtungen und Dienste der Wohlfahrt, besonders in der Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe und Hilfe für Menschen mit Behinderung. Rund 599.000 Mitarbeitende betreuen jährlich rund 10 Millionen Menschen. fb

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