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Flächentarif
Aktualisiert am 16.10.2020 - 14:59

„Wir dürfen nicht für gute Gehälter bestraft werden“

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie © Thomas Meyer/OSTKREUZ

Ulrich Lilie verlangt eine Anpassung des vorläufigen Tarifvertrags in der Pflege. Der Diakonie-Präsident argumentiert mit Zahlen.

  • Die Diakonie wird dem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Altenhilfe in seiner jetzigen Form nicht zustimmen.

  • Der Präsident der Diakonie, Ulrich Lilie, warnt vor einer Bestrafung der Diakonie.

  • Der Tarifvertrag müsse nebentarifliche Leistungen berücksichtigen.

Die Diakonie wird dem allgemeingültigen Tarifvertrag in der Altenpflege nur mit Änderungen zustimmen. Der Tarifvertrag würde den Verband in seiner jetzigen Form benachteiligen, sagt Lilie.

Zuschläge müssen berücksichtigt werden

„Wir dürfen nicht dafür bestraft werden, dass wir jetzt schon besser bezahlen als die anderen", argumentiert Lilie. Die Monatsgehälter der Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie Deutschland liegen laut Diakonie rund 20 Prozent über vergleichbaren Tarifen der AWO und Paritäter. Hinzu kämen noch diverse Zuschläge, eine betriebliche Altersvorsorge und eine Jahressonderzahlung von 100 Prozent. Lilie fordert daher die Aufnahme von Altersvorsorge und nebentarifliche Leistungen in den Tarifvertrag.

Tarifvertrag setzt Mindestlohn fest

Verdi und die Bundesarbeitsvereinigung der Altenpflege in Deutschland hatten sich im September auf einen vorläufigen Tarifvertrag in der Altenpflege geeinigt. Fachkräfte sollen ab Juni 2021 mindestens 15 Euro in der Stunde bekommen. Der Mindestlohn soll bis 2023 auf 18,50 Euro pro Stunde steigen.

Die kirchlichen Wohlfahrtsverbände handeln Gehälter nach eigenem Arbeitsrecht aus. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil fordert die Kirchen jedoch auf, einem allgemeingültigen Tarifvertrag nicht entgegenzustehen.

Die Diakonie Deutschland beschäftigt rund 600.000 Mitarbeitende in der Kranken-, Alten-, Behinderten und Familienhilfe. fb

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