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Wohnungslosenhilfe
Aktualisiert am 09.09.2020 - 11:21

„Wir brauchen ganz akut mehr Ressourcen“

Die Caritas fürchtet mehr Wohnungslose vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Hilfeeinrichtungen bräuchten mehr Geld und zusätzliche Räume, fordert Ulrike Kostka, Direktorin der Berliner Caritas.

  • Die Caritas warnt vor mehr Wohnungslosen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie.

  • Angebote würden nicht ausreichen.

  • Hilfseinrichtungen bräuchten akut mehr Ressourchen.

Die Träger der Wohnungslosenhilfe machen sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie große Sorgen um den Herbst und den Winter. Sie befürchten einen Anstieg der Wohnungslosigkeit, teilt die Caritas mit. Weiter bestehe Sorge, dass die Angebote für wohnungslose Menschen wegen Abstandsregeln und Platzmangel nicht ausreichten.

Wirtschaftskrise könnte Zahl der Wohnungslosen steigern

Aktuell seien mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland ohne dauerhafte eigene Wohnung. Es stehe zu befürchten, dass diese Zahl vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftskrise ansteige. Für nicht wenige Haushalte, bei denen zum Beispiel Kurzarbeit anstehe oder der Job bedroht sei, sei die Zahlung der Miete ein Kraftakt oder gar unmöglich geworden, warnt die Caritas.

Gleichzeitig erschwere Corona die Arbeit der Einrichtungen, die wohnungslose Menschen betreuen: Die Unterkünfte und Aufenthaltsorte könnten wegen Sicherheitsabständen und Hygieneregeln ihre Aufnahmekapazitäten nicht voll ausnutzen und nicht alle Angebote, zum Beispiel der medizinischen Versorgung, könnten wie gewohnt stattfinden.

Quote für Sozialwohnungen gefordert

„Wohnen ist ein Grundrecht. Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit sind zentrale gesellschaftliche Probleme, gegen welche die Politik nicht entschieden genug eingreift“, so Caritas-Präsident Peter Neher. „Unsere langjährigen Forderungen, zum Beispiel einer sozialen Bindung von 30 Prozent aller Neubauwohnungen, bekommen dieses Jahr durch Corona und die Wirtschaftskrise eine neue Dringlichkeit.“

„Zugleich müssen der Wohnungslosenhilfe ganz akut mehr Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Die Einrichtungen brauchen eine finanzielle Absicherung und vor allem zusätzliche Räume, um in der kalten Jahreszeit den Menschen ohne Wohnung ein Dach über dem Kopf anbieten zu können – für die Nacht, aber auch zumindest für einige Stunden am Tag,“ so Ulrike Kostka, Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin. dh

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