Consozial-Managementpreis

Wasserwacht des BRK erhält Auszeichnung für Kennzahlensystem

Die Wasserwacht-Bayern des BRK hat für ihr neues Informations- und Steuerungssystem den Consozial-Managementpreis 2019 erhalten. Wie die Organisation das digitale Tool entwickelt hat, war für die Jury mitentscheidend.

Kennzahlensystem der Wasserwacht-Bayern © Wasserwacht-Bayern

  • Die Wasserwacht-Bayern des BRK hat ein digitales Tool entwickelt, das den Ortsgruppen auf einem Blick die wichtigsten Zahlen und Fakten über ihre Gliederung zeigt.

  • Das soll der Leitung die Steuerung erleichtern.

  • Weil die Organisation das Tool beteiligungsorientiert mit Hilfe agiler Methoden entwickelt habe und es leicht auf andere Freiwilligenorganisationen wie im Katastrophenschutz übertragbar sei, hat die Jury des Consozial-Managementpreis das Projekt ausgezeichnet.

Ein sogenanntes Dashbord, ähnlich einem Amaturenbrett im Auto, zeigt künftig den örtlichen Gliederungen der Wasserwacht-Bayern im Schnitt 13 Kennzahlen. Die Zahlen geben Auskunft über Einsätze, Finanzen oder Mitgliederentwicklung, aber auch über externe Daten wie die Zahl der Extremwettereignisse und der Ertrunkenen im Einzugsbereich. Das Dashboard ist interaktiv. Mitglieder können mehrere Filtermöglichkeiten anklicken, die die Daten dementsprechend anpassen und anzeigen.

„Die Kennzahlen ermöglichen es einer Ortsgruppe und ihrer ehrenamtlichen Leitung, objektivere Entscheidungen für die künftige Planung zu treffen“, erläuterte Madita Lang. Zeige sich etwa, dass ein großer Teil der Bootsführer im Schnitt um die 60 Jahre alt sei und bald ruhestandsbedingt aus dem Dienst ausscheide, könne die Leitung rechtzeitig auf den Mangel reagieren, so die stellvertretende Vorsitzende der Wasserwacht-Bayern. Bisher hätten solche Daten nicht gesammelt vorgelegen.

Agile Methoden angewendet

Der Entwicklungsprozess des digitalen Tools gab den Ausschlag für den Preis. „Die dabei zum Einsatz gebrachten Methoden sind State of the Art und haben Vorbildcharakter für die Sozialwirtschaft“, heißt es in der Begründung. Gerade, Haupt- und Ehrenamtliche sowohl bei der Erarbeitung der Kennzahlen als auch bei der späteren technischen Umsetzung zu beteiligen, sei entscheidend gewesen, so die stellvertretende Vorsitzende Lang. Für diesen Prozess habe sich die Wasserwacht Hilfe von der Beraterfirma Nordlicht geholt.

Unter anderem gab es eine Entwicklergruppe aus 25 Mitgliedern der Wasserwacht, die verschiedene Bezirke, Ebenen und Funktionen in den Gliederungen abgebildet hat. Die Gruppe definierte die Kennzahlen, die die Berater in Interviews ermittelt oder in vergleichbaren Organisationen recherchiert haben. Der IT-Dienstleister Ceteris entwickelte einen Prototyp, der nach kurzen Anwendungen immer wieder überarbeitet wurde.

Daten von mehr als 500 Gliederungen abgebildet

Inzwischen hätten alle Gliederungen das Wasserwacht Informations- und Steuerungssystem umgesetzt, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Wasserwacht-Bayern. Das sind 556 Ortsgruppen. Auch jeder Kreisverband, jeder Bezirksverband und die geschäftsführende Landesleitung erhielten ein individuelles Dashboard, so Lang. Damit stehen Kennzahlen für die Steuerung von über 600 Wasserrettungsstationen und 256 Schnelleinsatzgruppen zur Verfügung.

Der Consozial-Managementpreis wird von der Unternehmensberatung Ernst & Young gestiftet. In der Jury sitzen außer einem Vertreter des Beratungshauses auch Vertreter der Sozialwirtschaft, Kommunen, Interessensverbänden und dem Deutschen Verein.  Zu Deutschlands größter Kongressmesse für die Sozialwirtschaft kamen am 6. und 7. November rund 6.000 Fach- und Führungskräfte sowie Interessierte nach Nürnberg. Die 21. Consozial steht unter dem Motto ,Gemeinsam statt einsam – sozialen Zusammenhalt stärken‘. Neben Fachvorträgen zeigen mehr als 200 Aussteller maßgeschneiderte Lösungen für die Branche. dh

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