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Pflegepersonaluntergrenzen
Aktualisiert am 15.10.2020 - 12:17

„Vorgaben bedeuten zusätzlichen Stress“

Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin © kkvd/Kirsten Breustedt

Bernadette Rümmelin kritisiert die Einsetzung und Erweiterung der Pflegepersonaluntergrenzen. Die Geschäftsführerin des katholischen Krankenhausverbands schlägt eine Alternative vor.

  • Der katholische Krankenhausverband kritisiert die Vorgaben des Bundesgesundheitsministeriums.

  • Die Einschränkungen würden für das überlastete Personal zusätzlichen Stress verursachen.

  • Die Pflegepersonal-Regelung der Gewerkschaft Verdi, des Deutschen Pflegerats und der Deutschen Krankenhausgesellschaft sei effektiver.

Bernadette Rümmelin, die Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverbands Deutschland (KKVD) spricht sich gegen die Wiedereinsetzung und Ausweitung der Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) in Krankenhäusern aus.

Vorgaben stressen Personal

Die PpUG schreiben die Zahl der Patienten vor, die eine Pflegekraft pro Schicht behandeln darf. „Die Pflegepersonaluntergrenzen mit ihren starren Grenzen und Vorgaben haben sich als kontraproduktiv erwiesen“, argumentiert Rümmelin. Die Einschränkung würde das Pflegepersonal mehr stressen als es zu entlasten.

Krankenhäuser brauchen Spielraum

„Ausgerechnet im anstehenden Corona-Winter sollen die Pflegepersonaluntergrenzen wieder voll umfänglich in Kraft gesetzt und sogar ausgeweitet werden“, sagt Rümmelin. Dies wäre im Hinblick auf steigende Corona- und Grippefälle nicht tragbar. Die Geschäftsführerin des KKVD fordert stattdessen die Einsetzung der Pflegepersonal-Regelung 2.0, die der Deutschen Pflegerat, die Gewerkschaft Verdi und die Deutsche Krankenhausgesellschaft gemeinsam erarbeitet haben. Diese würde deutlich bessere Pflegekonzepte zulassen. 

Untergrenzen werden ausgeweitet

Das Bundesgesundheitsministerium möchte die PpUG ab Januar 2021 noch einmal ausweiten. Die Untergrenzen waren seit Beginn der Pandemie ausgesetzt, um mehr Flexibilität bei der Einsatzplanung des Pflegepersonals zu schaffen.

Im KKVD sind 266 Krankenhäuser mit 344 Klinikstandorten vertreten. Die Mitglieder des KKVD beschäftigen rund 200.000 Mitarbeitende. fb

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