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Kinderarmut
Aktualisiert am 08.04.2021 - 14:27

„Teilhabeleistungen sind sozialpolitischer Murks“

Geschäftsführer Werner Hesse © Der Paritätische Gesamtverband

Der Paritätische Gesamtverband kritisiert das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung. Geschäftsführer Werner Hesse fordert einen alternativen Ansatz.

  • Das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung ist nach Ansicht des Paritätischen Gesamtverbandes komplett gescheitert.

  • Der Verband fordert einen Rechtsanspruch auf Angebote der Jugendarbeit und die Einführung einer Kindergrundsicherung.

  • Nur 15 Prozent der leistungsberechtigten Kinder und Jugendlichen bekommen Förderungen.

Der Paritätische fordert einen Rechtsanspruch auf Angebote der Jugendarbeit und die Einführung einer einkommensabhängigen Kindergrundsicherung. Hintergrund der Forderung ist die Kritik am Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung, das nach Ansicht des Paritätischen Gesamtverbandes komplett gescheitert ist.

Leistungen ungeeignet

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Bundesregierung nach zehn Jahren ernüchternder Praxiserfahrung und entgegen dem Rat vieler Expert*innen immer noch an diesem sozialpolitischen Murks festhält“, so der Geschäftsführer Werner Hesse. Die Leistungen seien nicht geeignet, Kinderarmut zu bekämpfen, Teilhabe zu ermöglichen und Bildungsgerechtigkeit sicherzustellen.

Wenige Kinder und Jugendliche profitieren

Mit dem Bildungs- und Teilhabepaket wird seit 2011 benachteiligten Kindern und Jugendlichen ein monatlicher Zuschuss für Mitgliedsbeiträge in den Bereichen Sport, Kultur und Geselligkeit in Aussicht gestellt. Auch knapp zehn Jahre nach Einführung profitieren laut des Paritätischen nur bis zu 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren im Hartz-IV-Bezug von den Teilhabeleistungen.

Lage verschärft sich durch Corona

Durch Corona sei der akute Handlungsbedarf noch einmal zu Tage getreten, betont der Verband. „Es fehlt schon im normalen Alltag vorne und hinten an Geld, um den Kindern eine unbeschwerte Kindheit und ein Mindestmaß an Teilhabe zu ermöglichen, in der Pandemie hat sich die Not potenziert”, so Hesse.

Der Paritätische ist Dachverband von rund 10.000 eigenständigen Einrichtungen, Gruppen und Organisationen. Der Verband teilt sich auf in 15 Landesverbände. fb

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