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Fusion
Aktualisiert am 25.03.2021 - 13:55

Stärken zusammenführen

Unternehmen können mit Zusammenschlüssen ihre Marktpräsenz verbessern und Strukturen optimieren. Zwei Träger berichten von ihren Erfahrungen.

Diakonie Stiftungsverbund Miteinander

Eigenständigkeit beibehalten

Im September 2020 fiel der Startschuss für den gemeinsamen Weg der Diakoniestiftung in Sachsen und der Stiftung Diakonie Leben. In der sachsenweit aufgestellten Diakonie Miteinanderbündeln die beiden Stiftungen seitdem ihre Kompetenzen und Aktivitäten. Schon seit Jahren bestehen zwischen den Trägern Synergien, etwa in den Bereichen IT, Projektentwicklung und Beschaffung. Beide Parteien gehen diesen Schritt freiwillig und in einer stabilen wirtschaftlichen Situation. Die Eigenständigkeit der Unternehmen bleibt bestehen, somit ist es gesellschaftsrechtlich auch keine Fusion.

Ob gewollt oder nicht, diakonische Unternehmen stehen in einem Wettbewerb besonders auch mit privatwirtschaftlichen Unternehmen. Strategische Entscheidungen müssen die diakonische Arbeit in der Fläche dauerhaft sichern und ausbauen. Die neue Struktur im gemeinsamen Unternehmensverbund der Diakonie Stiftungsverbund Miteinander ermöglicht eine zentrale Steuerung aller beteiligten Gesellschaften und erzeugt Synergieeffekte durch eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und Maßnahmen der Personalbindung und -entwicklung. Zudem sollen mit dem Zusammenschluss Ressourcen zielgerichteter eingesetzt und so Kirche und Diakonie greifbarer wahrgenommen werden. Die Öffnung der Räume diakonischer Einrichtungen für kirchliche Angebote führt zu einer Erschließung des Sozialraums durch die Gemeinde.  

Auch wenn verschiedene Teams auf der Verwaltungsebene bereits miteinander agieren, entstehen gemeinsame Strukturen nur über längere Zeit, mit Geduld und Konsistenz. Die Herausforderungen der Pandemie erschwerten diesen Prozess, förderten aber auch den Zusammenhalt. Im Laufe dieses Jahres soll die Struktur des Verbunds geschärft werden, indem perspektivisch Bereichsleitungen jedes Feld im Leistungsportfolio steuern. 

Die Autoren:

Thomas Slesazeck, Roberto Schimana und Sven Marschel sind Geschäftsführer der Diakonie Stiftungsverbund Miteinander.
info(at)diakonie-sozialdienst.de

 

DRK KV Göttingen-Northeim

Kontinuierlich wachsen

Die Fähigkeit zu Kooperationen, Zusammenschlüssen und Übertragungen sind heutzutage verstärkt auch für Wohlfahrtsverbände ein entscheidender Zukunftsfaktor. Entwicklungsperspektiven gerade im Hinblick auf Qualität, Effizienz und Marktpräsenz spielen für karitative Organisationen eine zunehmend wichtige Rolle. Die Grundlage dafür ist durchaus auch die Größe und das Gebiet eines Wohlfahrtsverbandes, sei es in der Rolle des Arbeitgebers oder in Verhandlungspositionen, beispielsweise gegenüber beauftragenden Gebietskörperschaften, welche ihrerseits ebenfalls inzwischen vielfach von Fusionen geprägt sind, sodass territorial ähnliche Strukturen helfen. Aber auch zeitlich befristete Beauftragungen oder betriebswirtschaftlich knapp kalkulierte Verhandlungen zwingen Wohlfahrtsverbände stärker denn je, effektiv und effizient zu agieren.  

Das heutige DRK Göttingen-Northeim ist aus einer Reihe von Zusammenschlüssen hervorgegangen. In verhältnismäßig kurzer Zeitabfolge gab es drei Fusionen. Bereits im Jahr 2007 fusionierten die DRK Kreisverbände Göttingen und Northeim. 2015 folgte der Zusammenschluss mit dem DRK Kreisverband Hann. Münden und zuletzt 2019 die Fusion mit dem DRK Kreisverband Einbeck. Damit ist das DRK Göttingen-Northeim  heutzutage einer der größten Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes in Niedersachsen. Dies ermöglicht nicht nur eine stärkere Marktpräsenz, sondern auch klassische Einsparungen und Kostenreduktionen, Optimierungen bei der Nutzung von Synergien und den Abbau von doppelten Strukturen. Von Anfang an half eine klare Kommunikation beim Prozess der Fusion. Beschäftigten und Führungskräften war dadurch frühzeitig klar, dass es auch Veränderungen geben wird. Die Menschen in den Mittelpunkt nehmen und offen zu kommunizieren, ist gerade im Sozial- und Wohlfahrtsbereich ein wichtiger Baustein bei anstehenden Veränderungen. 

Die Autoren:

Petra Reußner und Thomas Gerlach sind Vorstandsmitglieder des DRK Kreisverbands Göttingen-Northeim.
service(at)drk-goe-nom.de

 

 

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