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Umsetzung
Aktualisiert am 10.05.2019 - 10:38

Politik und Verbände müssen aufholen

Vorsitzende Schmidt © Wohlfahrt Intern

Inklusion ist ein Menschenrecht, sagt Ulla Schmidt. Die Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe sieht tagtäglich, wie es verletzt wird.

•    Zwölf Prozent der Menschen mit Schwerstbehinderung sind langzeitarbeitslos

•    Das Schulsystem trenne noch stark zwischen behindert und nicht-behindert

•    Inklusion ist noch nicht einmal zur Hälfte umgesetzt

„Inklusion sagt nicht mehr aus, als das alle dazugehören und das niemand ausgeschlossen werden darf“, sagte die Bundesvorsitzende. Das sei eine riesige Aufgabe, die die Politik nicht alleine stemmen könne. Auf dem Weg zur Inklusion sei noch nicht einmal die Hälfte umgesetzt, auch Behindertenverbände hätten noch viel zu tun.

Viele Behinderte finden keine Arbeit

Besonders im privaten Sektor und auf dem Arbeitsmarkt sei noch vieles im Argen, so Schmidt. So seien noch über zwölf Prozent der Menschen mit Schwerstbehinderung langzeitarbeitslos. „Das sind viele arbeitslose Fachkräfte“, sagte Ulla Schmidt. Sie fänden kaum einen Platz auf dem ersten Arbeitsmarkt, es werde Zeit, dass das Budget für Arbeit in den Gang käme.

„Beim Bildungssystem machen wir momentan eher Rückschritte als Fortschritte“, sagte Schmidt. Der Staat ist durch das Gesetz zu inklusiver Bildung verpflichtet und muss nun auch die richtigen Bedingungen schaffen. Kinder sollten selbstverständlich mit Kindern mit Behinderungen aufwachsen.

Inklusive Schulen ausbauen

„Dafür müssen wir kämpfen, weil es ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung ist“, so die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe. Dafür bräuchte es eine bessere Lehrerausbildung, es fehle die Fachkompetenz für inklusiven Unterricht. „Lasst uns mit Schwerpunktschulen voran gehen und diese dann Zug um Zug ausbauen“, forderte Schmidt. Bildung sei eine Aufgabe, die der Staat erfüllen muss, daher gelte die Ausrede, dass kein Geld da ist nicht.

Das erste Forum zur Zukunft der sozialen Arbeit von contec fand mit knapp 100 Teilnehmenden in Berlin statt. Das Zukunftsforum stand unter dem Motto: „Gesellschaft im Wandel – Soziale Arbeit zwischen Wertediffusion und Menschenwürde“. rv

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