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Wohnen für Menschen mit Behinderung
Aktualisiert am 14.05.2020 - 11:31

„Ohne Tests kann es keine Lockerungen geben“

Angehörigenbeiratssprecher Abrahamczik © Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie

Der Beirat der Angehörigen im Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie fordert Coronatests für Menschen mit Behinderung. Sprecher Gerold Abrahamczik sieht wichtige Rechte gefährdet.

  • Bewohner von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sollen regelmäßig auf den Coronavirus getestet werden, fordert der Sprecher des Beirats der Angehörigen im Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) Gerold Abrahamczik.

  • Andernfalls könnten die Einrichtungen das Besuchsverbot nicht lockern.

  •  Die Kontaktsperre führe zu psychischen Schäden für die Heimbewohner und schließe sie von Teilhabe aus.

Menschen mit Behinderung in Wohneinrichtungen  sollen vorrangig auf Coronainfektionen getestet werden. Das forderte der Sprecher des Angehörigenbeirats im CBP Gerold Abrahamczik in einem offenen Brief an den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil (SPD).

Bewohner gehören zu Risikogruppe

„Zwar bessert sich allmählich die Ausstattung der Einrichtungen mit Schutzkleidung, aber es fehlt noch immer an einer ausreichenden, regelmäßigen und proaktiven Testung des Personals und auch der Bewohner“, sagt Abrahamczik. Kinder und Angehörige in den Wohneinrichtungen gehörten fast ausnahmslos zur Risikogruppe.

Angehörige begrüßen Schutzmaßnahmen

Die Eltern und Betreuer begrüßen die Schutzmaßnahmen für ihre Kinder und Angehörigen. Das Betretungs- und Besuchsverbot von Wohneinrichtungen trügen sie mit. Jedoch sorgten sie sich darum, dass die Heimbewohner vereinsamen oder psychische Schäden erleiden könnten. Auch ihre Teilhabe am gesellschaftlichen und Arbeitsleben sei gefährdet, so Abrahamczik.

Der Bund müsse die Tests für Menschen mit Behinderung einführen, damit Besuchs- und Kontaktverbote möglichst risikoarm gelockert werden könnten. Nur so könnten die Heimbewohner ihre Eltern und Betreuer sehen und wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychatrie ist ein Fachverband der Caritas. Rund 1100 Einrichtungen sind Mitglied im Verband. Dort begleiten etwa 94.000 Mitarbeitende 200.000 Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung. ct

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