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Diakonie Niedersachsen
Aktualisiert am 26.05.2014 - 11:49

Marburger Bund will nicht verhandeln

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund will nicht mehr an den bevorstehenden Tarifverhandlungen für die Niedersächsische Diakonie teilnehmen. Das teilte der Marburger Bund Landesvorstand jetzt mit.

HANNOVER - Für die Diakonie Niedersachsen kommt der Rückzug des Marburger Bunds überraschend. Am Donnerstag teilte die Ärztegewerkschaft mit, die Gespräche mit der Diakonie Niedersachsen über die Ärztevergütung zu beenden. Erst im März hatten sich die Diakonie und die evangelische Kirche mit den Gewerkschaften Verdi und Marburger Bund in einer Vereinbarung auf eine Sozialpartnerschaft geeinigt. Diese Vereinbarung sieht ein zweistufiges Schlichtungsverfahren statt Streik als Konfliktlösung während der Verhandlungen vor.

Nicht um jeden Preis

Der Marburger Bund habe immer klargemacht, dass man nicht bereit sei, um jeden Preis einer Regelung zuzustimmen, die das Streikrecht in Frage stelle, so Elke Buckisch-Urbanke, Landesvorsitzende des Marburger Bundes in Niedersachsen in einer Pressemitteilung. Knackpunkt ist das vereinbarte Schlichtungsverfahren: Der Marburger Bund lehne es ab, im Falle von Tarifauseinandersetzungen an das Ergebnis einer verbindlichen Schlichtung gebunden zu sein. 

Überraschte Diakonie

Der Diakonische Dienstgeberverband Niedersachsen versteht dagegen die Welt nicht mehr: "Wer jetzt über ein Streikrecht schwadroniert, sollte sich besser den Text durchlesen. An keiner Stelle wird das Streikrecht genannt oder gar in Frage gestellt,“ entgegnet Hans-Peter Hoppe, Vorsitzender des Diakonischen Dienstgeberverbands auf den Rückzug des Marburger Bundes. In der  Vereinbarung sei hingegen nur festgehalten worden, wie Tarifverhandlungen geführt werden könnten. Der Einstieg in Tarifverhandlungen sei nicht beschlossen worden, so der Marburger Bund. 

Dazu: Diakonie: Schlichtung soll Streikfrage lösen

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