Führung

Macht abgeben und neu verteilen

Über Veränderungen in einem Unternehmen müssen Geschäftsführung und Mitarbeitende gemeinsam entscheiden, sagt Marie Ringler, Europachefin von Ashoka. Ohne eine neue Art der Führung entstünde ein entscheidender Nachteil.

Ashoka-Europachefin Marie Ringler © Wohlfahrt Intern

  • Im Team getroffene Entscheidungen werden mit höherer Wahrscheinlichkeit umgesetzt.

  • Moderne Führung bedeutet, Verantwortung abzugeben und Wissen neu zu verteilen.

  • Social Entrepreneurs können Vorbild für Unternehmen sein.

„Jede und jeder muss in einer Organisation Entscheidungen mittragen“, sagte Ringler in ihrem Vortrag über neue Führungsmodelle bei der Consozial. Niemand dürfe sich hinter den Entscheidungen von Einzelpersonen verstecken. Das bedeute, dass alle Mitarbeitenden Führungsverantwortung übernehmen. In großen, streng hierarchisch strukturierten Unternehmen gebe es häufig Pseudoentscheidungen. Darunter versteht Ringler von der Unternehmensführung verordnete Veränderungen, die am Ende häufig nicht umgesetzt werden. Wenn Entscheidungen im Team getroffen würden, sei die Umsetzung wahrscheinlicher, sagte Ringler.

Geteilte Macht führt zu besseren Resultaten

Moderne Führung heiße, Verantwortung abzugeben sowie Wissen neu zu verteilen, erklärte die Expertin weiter. „Vertrauen ist dabei der wichtigste Klebstoff für jede Organisation“, so Ringler. Es brauche diese neue Art zu führen, da nur so Innovationen entstehen und sich verbreiten würden. Als Beispiel für die Sozialwirtschaft führte Ringler Buurtzorg an, das niederländische Pflegeunternehmen, bei dem sich Teams ohne Chefin oder Chef selbst organisieren und kontrollieren. Buurtzorg wurde in den letzten Jahren fünf Mal zum beliebtesten Arbeitgeber in den Niederlanden gewählt. „Buurtzorg zeigt: Wenn Führung Macht abgibt, bekommen wir bessere Resultate, sowohl für die Mitarbeitenden als auch Klientinnen und Klienten“, sagte Ringler.

Von Social Entrepreneus lernen

Bei ihrer Arbeit mit Sozialunternehmerinnen und Sozialunternehmern habe Ringler gesehen, wie die Geschwindigkeit und schnellen Veränderungen der heutigen Zeit für neue Lösungen im sozialen Bereich genutzt werden können. Ashoka, eine Non-Profit-Organisation, die soziales Unternehmertum fördert, habe in den letzten 40 Jahren rund 3600 Social Entrepreneurs unterstützt. „Sie scheren sich nicht um Tabus und tradierte Denkweisen“, sagte Ringler. Davon könnten Unternehmen lernen. 

Zu Deutschlands größter Kongressmesse für die Sozialwirtschaft kamen am 6. und 7. November rund 6.000 Fach- und Führungskräfte sowie Interessierte nach Nürnberg. Die 21. Consozial steht unter dem Motto ,Gemeinsam statt einsam – sozialen Zusammenhalt stärken‘. Neben Fachvorträgen zeigen mehr als 200 Aussteller maßgeschneiderte Lösungen für die Branche. sd

 

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