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AWO KV Frankfurt/Main
Aktualisiert am 30.06.2020 - 08:58

Kleinwagen ersetzt Luxuskarosse

Die AWO Frankfurt/Main hat nach eigenen Schätzungen 4,5 Millionen Euro verloren. Nun will der Verband rigoros sparen.

  • Der mutmaßliche Betrug ehemaliger Führungskräfte hat dem AWO Kreisverband Frankfurt einen Schaden von 4,5 Millionen Euro beschert.
  • Führungskräfte und Verwaltungsmitarbeiter müssen sich künftig mit TVöD-Gehalt und Klein- sowie Mittelklasse-Dienstwagen bescheiden.
  • Noch in diesem Jahr will die AWO 1,5 Millionen Euro sparen und damit ihre Liquidität sichern.

Der AWO Frankfurt/Main ist durch die mutmaßlichen Betrugsdelikte ein Schaden von rund 4,5 Millionen Euro entstanden. Das geht aus dem vorläufigen Prüfungsbericht hervor. Der Kreisverband kündigt Konsequenzen an: Er will jegliche Zahlungen von Gehältern an ehemalige Mitarbeiter einstellen und Schadensersatzansprüche prüfen. Die überteuerten Dienstwagen hat er eingezogen. Künftig fahren Führungskräfte Fiesta, Focus und Mondeo. Durch die sofortige Umsetzung seiner Pläne will der Verband noch in diesem Jahr 1,5 Millionen Euro sparen und damit seine Liquidität sichern.

Rückstufung für ein Dutzend Verwaltungsmitarbeiter

Daneben will die AWO an den Personalkosten sparen: Rund ein Dutzend Verwaltungsmitarbeiter erhalten nun Bezahlung nach dem TVöD statt wie bisher eine höhere außertarifliche Vergütung. Das soll jährlich rund 100.000 Euro bringen. Präsidentin Petra Rossbrey zufolge sollen die Gehaltskürzungen keine Fachkräfte treffen, welche Dienst am Menschen leisten.

Flüchtlingshilfe-Betrug ist der größte Schadensposten

Daneben will sich die AWO vor künftigen Betrugsskandalen schützen. Zu den Maßnahmen zählen die Einführung des Vieraugenprinzips, die Etablierung von Managementregeln sowie ein Hinweisgebersystem, das Whistleblowern Gehör verschaffen soll. Den Träger kommen die Nachlässigkeiten der Vergangenheit teuer zu stehen. Der mutmaßliche Betrug um falsche Personalkosten in einem Flüchtlingsheim der Stadt Frankfurt macht mit rund zwei Millionen Euro den größten Posten in der Schadensliste aus. Rund 1,6 Millionen Euro hat der Kreisverband durch überteuerte Dienstwagen verloren, eine ungerechtfertigte Spende an den AWO Kreisverband Wiesbaden schlägt mit 900.000 Euro zu Buche.

Die AWO Frankfurt am Main hat rund 1.100 Mitarbeitende und 56 Einrichtungen. Der Verband ist in der Kinderbetreuung, der Jugendarbeit, der Altenhilfe, der Sozialberatung und der beruflichen Fort- und Weiterbildung tätig. ols

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