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Personalbemessung
Aktualisiert am 13.07.2022 - 10:35

KKVD verlangt Nachbesserung bei neuer Regelung

Geschäftsführerin Rümmelin © kkvd/Kirsten Breustedt

Bernadette Rümmelin sieht Lücken bei der neuen Pflegepersonalregelung für Krankenhäuser. Vor allem eine Ausnahme kritisiert die Geschäftsführerin des katholischen Krankenhausverbandes.

  • Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) bemängelt Lücken bei der geplanten neuen Pflegepersonalregelung PPR 2.0.

  • Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin kritisiert Ausnahmen für Krankenhäuser mit Entlastungstarifverträgen.

  • Die Personalvorgaben nach dem PPR 2.0 sollen ab 2024 für Kliniken verbindlich gelten.

Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) kritisiert konzeptionelle Lücken bei der geplanten neuen Pflegepersonalregelung PPR 2.0. Bei konsequenter Umsetzung verbessere die Regelung die Personalsituation für die Pflege im Krankenhaus und erhöhe die Patientensicherheit.  „Es erschließt sich deshalb nicht, warum es Ausnahmeregelungen für Krankenhäuser mit Entlastungstarifverträgen, die nicht klar am Pflegebedarf der Patientinnen und Patienten bemessen werden, geben soll“, sagt die Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin. Der KKVD erwarte daher Nachbesserungen im Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens.

Bisherige Verordnung brachte viel Bürokratie

Rümmelin bemängelt weiter, dass nicht klar sei, ob die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) weiterhin bestehen bleibt. Die Verordnung habe außer viel Bürokratie keine Erhöhung der Pflegequalität gebracht. Vielerorts hätte sie sogar gute Pflege verhindert.

Strafen für Kliniken ab 2025

Das Bundesgesundheitsministerium legte Anfang Juli Eckpunkte eines Gesetzes zur Personalbemessung vor. Die Personalvorgaben nach dem PPR 2.0 sollen ab 2024 für Kliniken verbindlich sein, nachdem Modellkliniken sie im kommenden Jahr testen. Ab 2025 sollen Kliniken bestraft werden, wenn sie die Vorgaben nicht umsetzen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche haben die PPR 2.0 gemeinsam entwickelt. Sie sieht unter anderem Konzepte für kurzfristige Personalausfälle sowie eine Regelbesetzung für Nachtdienste von grundsätzlich mindestens zwei Pflegepersonen vor.

Der KKVD vertritt bundesweit 283 katholische Krankenhäuser, die jährlich rund 3,5 Millionen Patientinnen und Patienten stationär versorgen. Die Mitglieder des Verbandes erwirtschaften rund 17 Milliarden Euro pro Jahr und beschäftigen 207.000 Mitarbeitende. sd

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