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Coronapandemie
Aktualisiert am 23.11.2021 - 09:38

Katholische Krankenhäuser kritisieren Versorgungsaufschlag

Geschäftsführerin Rümmelin © kkvd/Kirsten Breustedt

Für eine Zuzahlung müssen Kliniken Coronapatienten künftig mindestens drei Tage stationär behandeln. Die Regelung greift zu kurz, warnt die Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverband Deutschlands, Bernadette Rümmelin.

  • Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands kritisiert den beschlossenen Versorgungsaufschlag für Kliniken in der Coronapandemie.

  • Die Regelung decke nicht den Aufwand und die Ausfälle, die durch Coronabehandlungen und das Zurückfahren der Regelversorgung entstehen.

  • Die Bundesregierung sollte das Pflegeentgelt deutlich erhöhen.

Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) kritisiert den beschlossenen Versorgungsaufschlag für Kliniken in der Coronapandemie. Es sei nicht sachgerecht, den Aufschlag an eine stationäre Versorgung von mehr als zwei Tagen zu knüpfen. „Auch eine kurzzeitige Behandlung von Corona-Erkrankten ist mit einem hohen Aufwand verbunden“, sagt die Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin.

Kleine Krankenhäuser sorgen für Entlastung

Die Regelung decke nicht den Aufwand und die Ausfälle, die durch Coronabehandlungen und das Zurückfahren der Regelversorgung entstünden, so Rümmelin. Jedes Krankenhaus müsse in der vierten Coronawelle die Regelversorgung einschränken, Hygienestandards umsetzen und Mitarbeitende in Quarantäne schicken. Krankenhäuser ohne Coronafälle übernähmen zudem Patientinnen und Patienten von größeren Häusern.

Bundesregierung muss Erlösausgleich nachbessern

Um die Krankenhäuser zahlungsfähig zu halten und wirtschaftlich abzusichern, fordert der KKVD neue Maßnahmen von der Bundesregierung. Sie sollte den Pflegeentgeltwert, den die Kliniken zum Ausgleich der Pflegekosten pro Belegungstag abrechnen, deutlich erhöhen. Die Bundesregierung müsse außerdem den Erlösausgleich für 2021 nachbessern. So sollte die Regelung zurückgenommen werden, dass die Vergleichsgröße aus 2019 pauschal um zwei Prozent gekürzt wird, so Rümmelin.

Der KKVD vertritt bundesweit 283 katholische Krankenhäuser, die jährlich rund 3,5 Millionen Patientinnen und Patienten stationär versorgen. Die Mitglieder des Verbandes erwirtschaften rund 17 Milliarden Euro pro Jahr und beschäftigen 207.000 Mitarbeitende. fb

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