Bundesfreiwilligendienst

Hirschhausen fordert soziales Pflichtjahr

Eckart von Hirschhausen will ein verpflichtendes soziales Jahr für alle. Der Dienst könne helfen, ein gesellschaftliches Problem zu lösen, so der Arzt, Kabarettist und Autor.

Arzt und Kabarettist Hirschhausen © Wohlfahrt Intern

  • Ein soziales Pflichtjahr könne helfen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, sagt Eckhart von Hirschhausen.

  • Der Arzt und Autor warnt vor noch mehr Bürokratie und Effizienzdruck durch die Digitalisierung.

  • Pflegekräfte könnten mit positiven Geschichten selbst einen Beitrag zu mehr Wertschätzung für ihren Beruf leisten.

Arzt und Kabarettist Eckhart von Hirschhausen fordert von der Politik ein freiwilliges soziales Pflichtjahr für alle einzuführen. Junge Menschen würden über den Dienst in Kontakt mit Menschen aus anderen Milieus kommen und so wichtige Fähigkeiten für das Leben und ihren späteren Beruf erlernen, so von Hirschhausen. Zugleich fördere der Dienst sozialen Zusammenhalt und helfe, mehr Empathie für Hilfebedürftige zu entwickeln.

Frühkindliche Bildung fördern

Weiter forderte Hirschhausen mehr Investitionen in die frühkindliche Bildung und die Stärkung von Lesekompetenz. Beides sei der Schlüssel für eine erfolgreiche Bildungsbiographie, sagte der Buchautor. Investitionen in diesen Bereichen würden eine Rendite zwar erst in weiterer Zukunft abwerfen. „Handeln wir jedoch nicht, zahlen wir am Ende drauf“, so Hirschhausen.

Bei der Digitalisierung in der Pflege warnte von Hirschhausen vor noch mehr Bürokratie und sekundengenauer Taktung der Arbeit. Beides würde den Druck auf die Fachkräfte noch mehr erhöhen. Hirschhausen warnte vor Überlastung und Burn-Out in sozialen Berufen. Depressive Mitarbeiter würden eine entscheidende Kompetenz verlieren, nämlich sich auf Hilfebedürftige emotional einlassen zu können. Dieser fühle sich dadurch mit seinen Problemen allein gelassen.

Humor hilft Negatives zu verarbeiten

Wenn Pflegekräfte im sozialen Umfeld über ihren Beruf erzählten, sollten sie über konkrete Begegnungen mit Menschen berichten, in denen sie die Situation des Hilfebedürftigen ins Positive verändert haben. Die gesellschaftliche Wertschätzung für den Beruf und auch die für die eigene Arbeit würde so wachsen. „Count your blessings“, riet der Arzt.

Negative Erlebnisse sollten Fachkräfte dagegen an einem festen Tag in der Woche gemeinsam in der Gruppe aufarbeiten. Über die Woche könnten sie Geschichten für den sogenannten Fuck-Up-Day sammeln und sich dann gegenseitig erzählen. Die beste schlimmste Geschichte würde dann gewinnen. So könnten negative Erlebnisse in einem humorvollen Rahmen kontextualisiert und verarbeitet werden, so Hirschausen.

Zu Deutschlands größter Kongressmesse für die Sozialwirtschaft kamen am 6. und 7. November rund 6.000 Fach- und Führungskräfte sowie Interessierte nach Nürnberg. Die 21. Consozial steht unter dem Motto ,Gemeinsam statt einsam – sozialen Zusammenhalt stärken‘. Neben Fachvorträgen zeigen mehr als 200 Aussteller maßgeschneiderte Lösungen für die Branche. dh

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