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Flüchtlingsunterkünfte
Aktualisiert am 28.05.2020 - 14:30

„Große Flüchtlingsunterkünfte sollten aufgelöst werden“

Präsident Lilie © Diakonie/Thomas Meyer

Die Diakonie kritisiert den mangelnden Schutz vor Corona in überbelegten Flüchtlingsheimen. Präsident Ulrich Lilie schlägt eine Alternative vor.

  • Menschen in großen Flüchtlingsunterkünften hätten eine fünfzigfach höhere Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus, warnt Diakonie Präsident Ulrich Lilie.

  • Das Virus breite sich dort besonders schnell aus, so Lilie.

  • Lilie will die Einrichtungen auflösen und die Bewohner in kleineren Unterkünften unterbringen.

Flüchtlinge sind in überbelegten Flüchtlingsheimen großer Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Davor warnt Präsident der Diakonie Ulrich Lilie. Ihr Risiko liege um das Fünfzigfache höher als das der Allgemeinbevölkerung. „Die hohe Zahl an Infizierten bestätigt unsere Warnungen, dass vor allem in den großen Aufnahmeeinrichtungen mit mehreren hundert Bewohnerinnen und Bewohnern trotz Hygienemaßnahmen kein ausreichender Infektionsschutz gewährleistet werden kann“, so Lilie.

Drei Flüchtlingsunterkünfte stark betroffen

Große Unterkünfte seien laut Lilie eine strukturelle Fehlentscheidung gewesen. Aufgrund der Inkubationszeit und der dichten Belegung breite sich das Virus in diesen Einrichtungen besonders schnell aus. „Sie sollten jetzt so schnell wie möglich aufgelöst und die Menschen in kleinere Einrichtungen in den Kommunen verteilt werden“, fordert der Diakonie-Präsident.

Im Sankt Augustiner Flüchtlingsheim bei Bonn hatten sich über 150 der 500 Bewohner sowie 13 Mitarbeitende mit dem Virus infiziert. In Frankfurt am Main zählte eine Einrichtung 67 Infizierte und in Mainz wurde eine Einrichtung nach Ausbruch des Virus unter Quarantäne gestellt.

Die Diakonie vereint Einrichtungen und Dienste der Wohlfahrt, besonders in der Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe und Hilfe für Menschen mit Behinderung. Rund 599.000 Mitarbeitende betreuen jährlich rund 10 Millionen Menschen. ct

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