Rekrutierung II

Google erschüttert den Markt

Personalerinnen und Personaler müssen sich auf neue Konkurrenz einstellen, sagt Stefan Scheller, Blogger und Mitarbeiter des IT-Dienstleisters Datev. Um an neue Mitarbeitende zu kommen, müssten Unternehmen kreativ werden.

Blogger Scheller © Wohlfahrt Intern

  • Unternehmen müssen ihre Stellenanzeigen für Google Jobs optimieren.

  • Über soziale Medien können Unternehmen auch nicht aktiv Jobsuchende ansprechen.

  • Auch nicht digitale Rekrutierungsmaßnahmen können erfolgreich sein.

Mit Google Jobs sei vor Kurzem ein Tool auf den Markt gekommen, das Scheller zufolge jedes Unternehmen kennen müsse. Wer seine Jobsuche bei Google startet, und das seien in Deutschland circa drei Viertel der Jobsuchenden, bekommt bei Google in einem separaten Kasten Stellenangebote angezeigt, die zu seiner Suche passen.

Google Jobs ist keine eigenständige Stellenbörse, sondern trägt Anzeigen von anderen Stellenportalen zusammen. Unternehmen müssten deshalb ihre Stellenanzeigen für Google Jobs optimieren, damit die Suchmaschine sie potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern anzeigt.

Google bevorzugt Stellenanzeigen mit Gehaltsangabe

 „Google weiß viel über seine Nutzerinnen und Nutzer“, sagte Scheller. Anhand von Informationen über Interessen, politische Einstellung oder Wohnort könne die Suchmaschine die passendsten Stellenanzeigen auswählen. Google Jobs werde in Zukunft Stellenanzeigen bevorzugt anzeigen, die ein konkretes Gehalt angeben, so Scheller weiter.

Außerdem trägt Google Jobs Bewertungen der Unternehmen aus Bewertungsportalen zusammen und stellt sie neben die Stellenanzeigen. Jobsuchende sehen dann auf einen Blick, wie ehemalige und aktuelle Mitarbeitende das Unternehmen bewertet haben. „Für den Markt der Personalgewinnung ist Google Jobs eine große Erschütterung“, sagte Scheller.

Soziale Netzwerke können zum Jobwechsel anregen

Unternehmen sollten mit Stellenanzeigen nicht nur Menschen ansprechen, die aktiv einen Job suchen, sondern auch die, die gar nicht wirklich auf der Suche sind. Der Experte für Rekrutierung rät, soziale Medien wie Whatsapp oder Facebook zu nutzen. Über Whatsapp Business könnten Unternehmen eigene Seiten erstellen und automatische Nachrichten verschicken.

Facebook biete ein Werkzeug zur Erstellung von Stellenanzeigen an. Die wenigsten Nutzerinnen und Nutzer seien auf Facebook, um einen Job zu suchen. Doch wenn ihnen dort eine attraktive Stellenanzeige begegne, rege das eventuell zum Nachdenken über einen Jobwechsel  an. Und noch einen Vorteil habe die Rekrutierung über Facebook und Co: „Menschen, die im sozialen Bereich einen Job suchen, nehmen Arbeitgeber, die über soziale Netzwerke Mitarbeitende suchen, als besonders modern und ansprechend war.“

Rekrutierung geht auch analog

Doch die Personalgewinnung muss nicht nur über digitale Kanäle laufen, sagte Scheller. Stellenanzeigen auf Fahrzeugen in der ambulanten Pflege seien auch ein effektives Mittel. Auch die Aktion ,Bei Anruf Ausbildung‘ der Caritas Düsseldorf sei ein gutes Beispiel für moderne Rekrutierung. Im Rahmen der Aktion bietet der Verband allen Anruferinnen und Anrufern, die mindestens 16 Jahre alt und nicht vorbestraft sind, einen Ausbildungsplatz an. Die Caritas Düsseldorf habe so Dutzende Stellen besetzt.

Zu Deutschlands größter Kongressmesse für die Sozialwirtschaft kamen am 6. und 7. November rund 6.000 Fach- und Führungskräfte sowie Interessierte nach Nürnberg. Die 21. Consozial steht unter dem Motto ,Gemeinsam statt einsam – sozialen Zusammenhalt stärken‘. Neben Fachvorträgen zeigen mehr als 200 Aussteller maßgeschneiderte Lösungen für die Branche. sd

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