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DRK-Krankenhaus Grevesmühlen
Aktualisiert am 13.08.2020 - 07:45

Geschäftsführer weist Kritik an Betriebsvereinbarung zurück

DRK-Krankenhaus Grevesmühlen © DRK-Krankenhaus Grevesmühlen

Der Geschäftsführer des DRK-Krankenhauses Grevesmühlen verteidigt eine neue Betriebsvereinbarung. Wie im vergangenen Jahr gibt es Streit mit den Mitarbeitenden.

  • Der Geschäftsführer des DRK-Krankenhauses Grevesmühlen wehrt die Kritik von Mitarbeitenden an einer Betriebsvereinbarung ab.
  • Beschäftigte fürchten, die Vereinbarung behindere aktuell laufende Tarifverhandlungen.
  • Die Vereinbarung sieht deutlich höhere Löhne für den Pflegebereich, aber nicht für andere Berufsgruppen vor.

Der Geschäftsführer des DRK-Krankenhauses Grevesmühlen widerspricht der Kritik von Mitarbeitenden an einer neuen Betriebsvereinbarung zwischen Krankenhaus und Betriebsrat. Die Mitarbeitenden fürchten, die Betriebsvereinbarung könne die aktuellen Tarifverhandlungen mit Verdi torpedieren. Das Krankenhaus habe immer klar kommuniziert, dass es regelmäßig an Änderungen der seit 2016 bestehenden Betriebsvereinbarung arbeite, sagt Geschäftsführer Jan Weyer. Betriebsvereinbarungen seien aus Sicht des Krankenhauses Tarifverträgen vorzuziehen, da sie auf Seiten der Beschäftigten von der unmittelbarsten Vertretung der Beschäftigten ausgehandelt werden, den Betriebsräten.

Löhne in der Pflege deutlich angehoben

Verdi fordert Löhne auf TVöD-Niveau für alle Beschäftigen des DRK-Krankenhauses Grevesmühlen. Die neue Betriebsvereinbarung sieht das jedoch nicht vor. Für Beschäftigte im nichtmedizinischen Bereich gibt es seit August sechs Prozent mehr Lohn und in Gesundheitsberufen wie beispielsweise Physiotherapie zwölf Prozent. In der Pflege steigt das Gehalt über TVöD-Niveau. Die Löhne in der Pflege hätten Geschäftsführer Weyer zufolge aufgrund des Pflegepersonalstärkungsgesetzes deutlich angehoben werden können. Das Gesetz refinanziert seit diesem Jahr Gehaltssteigerungen in der Pflege vollständig. Bei anderen Berufsgruppen sei ein vollständiger Ausgleich von Lohnerhöhungen nur schwer zu realisieren.

Kleine Krankenhäuser sind benachteiligt

Krankenhäuser  befänden sich Weyer zufolge in einem staatlich regulierten Preissystem, das insbesondere kleine Krankenhäuser der Grund-und Regelversorgung wirtschaftlich benachteiligt. Wenn nach höheren Gehältern gerufen werde, müssten zuerst Rahmenbedingungen für die Refinanzierung geschaffen werden.

Beschäftigte übten 2019 Kritik in offenem Brief

Im Oktober 2019 beschwerten sich Mitarbeitende des DRK-Krankenhauses Grevesmühlen in einem offenen Brief unter anderem über niedrige Löhne und nicht eingehaltene Ruhezeiten. Außerdem warfen sie Geschäftsführer Weyer vor, nicht über Gehaltserhöhungen verhandeln zu wollen. Das Krankenhaus wies die Vorwürfe zurück.

Das DRK-Krankenhaus Grevesmühlen beschäftigt rund 250 Mitarbeitende. Es hat 122 Betten und behandelt jährlich rund 5000 stationäre und 4500 ambulante Fälle. Außerdem ist es akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rostock und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Lübeck. sd

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